Londons Banker wollen wegen steigender Steuern in die Schweiz flüchten

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Der Schweizer Finanzplatz profitiert am meisten von der gegenwärtigen Kündigungswelle in London. Viele Banker und Fondsmanager wollen lieber in Helvetia leben als in New York, Monaco oder Singapur.

In der Londoner City sollen in diesem Jahr nochmals mehr als 34.000 Arbeitsplätze wegfallen, schätzt das Forschungsinstitut Centre of Economic and Business Research (CEBR). Bereits 2008 seien 28.000 Stellen der Finanz- und Wirtschaftskrise zum Opfer gefallen. Die gegenwärtige Kündigungswelle trifft Anwälte, Wirtschaftsprüfer, Jungunternehmer und Finanzberater.

Die Beratungsgesellschaft Scorpio Partnership bezeichnet diese Leute übrigens als "mobile Wohlhabende". Trotz der Diskussion um eine Abschaffung des Bankgeheimnisses steht der Schweizer Finanzplatz bei dieser Klientel hoch im Kurs. "Wer viel Geld besitzt und nicht ortsgebunden ist, findet in der Schweiz praktisch alles, was er braucht", sagte Scorpio-Direktor Stephen Wall.

Seine Analyse ergab für die Schweiz Spitzenwerte bei der Rechtssicherheit, bei der wirtschaftlichen und politischen Stabilität, beim Angebot für die Ausbildung der Kinder und bei der Infrastruktur. Bei der Steuerlast und bei den Möglichkeiten zur Einwanderung - zwei weiteren Kriterien - resultierte ein fünfter Platz.

Zudem profitiert der Schweizer Finanzplatz vom Bankensystem: Die Ratingagentur Standard & Poor's zählt das eigenössische Bankensystem zu den stärksten der Welt. Schweizer Banken sollten sich besser als die meisten entwickelten Länder behaupten, schreiben die Kreditexperten in einer Expertise.

Während London seine starke Position weiter beibehalten würde, ist für Wall klar: "Die Schweiz war bislang schon der grösste Nutzniesser von Abwanderungen aus London, und sie wird dies auch bleiben."

Die Rangliste von Scorpio Partnership:

1. Schweiz

2. London

3. Singapur

4. New York

5. Hong Kong

6. Jersey

7. Cayman

8. Isle of Man

9. Monaco

10. Dubai

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