☰ Menu eFinancialCareers

INTERVIEW mit Christine Ong, Leiterin des UBS Wealth Management Singapur

Simon Mortlock, eFinancalCareers-Redakteur für den asiatisch-pazifischen Raum im Gespräch mit Christine Ong, der Leiterin des UBS Wealth Management Singapur.

eFC: Wie gross ist Ihrer Meinung nach der Mangel an Talenten im Private Banking in Singapur?

Ong: Mit dem rasanten Wachstum des Wealth Management-Geschäfts in Asien wird auch die Nachfrage nach hochqualifiziertem Personal steigen. Obgleich der asiatisch-pazifische Raum grossartige Wachstumschancen bietet, bleibt das begrenzte Angebot an hochqualifizierten Private Bankern eine Herausforderung.

Die Finanzkrise hat den Marktwert dieser bewährten Banker deutlich erhöht, die die Marktschwankungen überstanden haben und die bestens aufgestellt sind, um das Risiko zu mindern und zu beraten, wie neue Investmentgelegenheiten am besten wahrgenommen werden. Es bedarf Zeit, um Leute aus anderen und ähnlichen Branchen in Private Banker zu verwandeln.

Falls es keine konzertierte Anstrengung gibt, die Talent-Pipeline am Fliessen zu halten, dann wird es nach UBS-Berechnungen in der Wealth Management-Branche einen Mangel von rund 900 erfahrenen Private Bankern in Singapur in den kommenden fünf Jahren geben.

Wir haben schon immer erkannt, dass die Fortbildung und die Karriereentwicklung Kernpunkte des Unternehmenserfolgs und auch ein Differenzierungsmerkmal in einem umkämpften Wealth Management-Markt darstellen. Daher haben wir beträchtliche Ressourcen in diesen Bereich investiert. Der UBS Wealth Management Campus, der in Singapur im April 2007 gegründet worden ist und sein Vorläufer, die UBS Business University, stellen auch weiterhin Ausbildungsgänge für Mitarbeiter bereit, die neu in der Branche sind, ebenso wie Fortbildungen und berufliche Entwicklung für bestehende UBS-Mitarbeiter. Bislang wurden 24.000 Fortbildungstage sowie 2000 Events an der Universität in Singapur durchgeführt.

Die UBS hat auch ein Wealth Management Associate-Program gegründet, wobei es sich um ein umfassendes Ausbildungsprogramm handelt, um neueingestellte, branchenfremde Mitarbeiter in ihrer Karrieremitte in Kundenberater zu verwandeln – als Teil unserer Anstrengungen, den Talentpool im asiatisch-pazifischen Raum zu erweitern, wo die Branche rasant wächst.

eFC: Abgesehen von dem jüngsten, rasanten Wachstum Singapurs als globale Wealth Management-Drehscheibe – gibt eine grösseres Interesse von ausländischen Private Bankern, nach Singapur zu gehen?

Ong: Es gab ein Wachstum bei der Zahl von Privatbanken, die sich in Singapur angesiedelt haben und dies hat auch zu einem Wachstum bei der Einstellung von Private Bankern aus der Region aber auch von ausserhalb geführt. Schliesslich dreht sich das Wealth Management-Geschäft um den Menschen. Die Kunden wollen mit Kundenberatern zu tun haben, die ihre Bedürfnisse verstehen, technisch kompetent sind und in der Lage sind, sie durch Marktunsicherheiten zu lotsen und neue Chancen zu entdecken. Sie wollen auch Partner, die unter verschärften Standards und regulatorischen Anforderungen ohne Kompromisse agieren können. Für einige Kunden ist es wichtig, dass ihr Kundenberater eher zu ihren kulturellen und sprachlichen Bedürfnissen passt.

eFC: Nach welcher Art von Relationship Managern sucht die UBS?

Ong: Unser Ziel besteht darin, ein Kundenberaterteam aufzubauen, das nachhaltige Beziehungen in turbulenten Zeiten aufbauen und bewahren kann. Sie sollten die Bedürfnisse und Ziele der Kunden in einer sich rasch wandelnden Umgebung verstehen sowie einen ganzheitlich forschungsbasierten Rat liefern können. Sie sollten vollkommen verstehen, in einem Umfeld zu agieren, das sich aus den verschärften internen und externen Regeln und Regulierungen ergibt. Fortbildung und Personalentwicklung sind ein Schlüssel zum Erfolg der UBS – denn sie differenzieren uns in der wettbewerbsintensiven Wealth Management-Branche, daher haben wir beträchtliche Ressourcen in diesen Bereich investiert.

Im Recruitment stellt der Kampf um Talente im asiatisch-pazifischen Raum eine Herausforderung dar. Unsere Hauptwettbewerber haben allesamt aggressive Wachstumsziele formuliert. Zur gleichen Zeit ist das Angebot hochqualifizierter Private Banker in den Märkten, in denen wir aktiv sind, begrenzt. Um unsere Wachstumsziele zu erreichen, müssen wir in der Lage sein, die besten Talente anzuziehen und an uns zu binden.

Ich denke, dass wir in der Lage sind, auch weiterhin hochkalibrige Talente anzuziehen und an uns zu binden, da wir einen attraktiven Arbeitsplatz für Geschäfte bieten. Wir bieten Private Bankern eine grossartige Plattform, eine starke Marke und je nach persönlichen Voraussetzungen bieten wir eine Vielzahl von Fortbildungsmöglichkeiten, eine interne Karrieremobilität und Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Seit Anfang 2010 haben wir annähernd 400 neue Mitarbeiter eingestellt, inklusive 150 Kundenberater. Wir stellen auch weiterhin strategisch ein in Übereinstimmung mit den Wachstumsbedürfnissen des Geschäfts. Mittelfristig rechnen wir mit einer Vermehrung der Kundenberater im asiatisch-pazifischen Raum von 900 auf 1200 in Einklang mit unserer Geschäftsentwicklung.

eFC: Welche Rat würden Sie Profis aus anderen Bereichen der Finanzdienstleistungen geben, die ins Private Banking einsteigen wollen?

Ong: Mein Rat an Leute, die in die Branche einsteigen wollen, besteht darin, die Augen weit offen zu halten. Private Banking ist weder glamourös noch leicht. Sie müssen die geforderten technischen und Kapitalmarkt-Kompetenzen mitbringen, einwandfreie Finanzkenntnisse und vor allem die Fähigkeit zuzuhören und den Kunden in den Mittelpunkt der Beziehung zu stellen. Wie die jüngste Finanzkrise uns gezeigt hat, kann es in turbulenten Zeiten extrem schwierig sein, den Kunden beim Navigieren durch die Krise zu helfen. Sie brauchen Ausdauer und Beharrlichkeit.

Sie müssen eine permanente Kommunikation mit ihren Kunden aufrechterhalten. Diese Gespräche können sehr schwierig werden, weil die Kunden vielleicht einen Teil ihres Portfolios verloren haben oder sie sind sehr risikoscheu geworden. Doch es ist in Zeiten wie diesen, wenn die Kunden uns am meisten brauchen. Aus dem Feedback von Kunden wissen wir, dass sie einen proaktiven, rechtzeitigen Rat, eine gute Abwicklungsplattform und glaubwürdige Berater wollen, die ganzheitliche Lösungen bieten, die der gesamten Bank zum Durchbruch verhelfen.

Dieses Motto gebe ich meinen Mitarbeitern mit und ich denke, dass das die UBS liefern kann. Letztendlich handelt es sich beim Private Banking um einen Beruf, der Ihnen ein Höchstmass an persönlicher Zufriedenheit verschaffen kann, wenn Sie wissen, dass Sie Ihren Kunden dabei geholfen haben, ihre persönlichen Vermögensziele zu erreichen oder indem Sie ihnen beigestanden haben, das Familiengeschäft reibungslos an die nächste Generation zu transferieren oder indem Sie ihnen dabei geholfen haben, ihre philantropischen Ziele umzusetzen.

In diesem Geschäft pflegen Sie langfristige und tiefe Beziehungen mit Ihren Klienten, manchmal sogar über Generationen hinweg. Es ist extrem befriedigend, wenn Kunden zu Ihnen kommen, um sich bei Ihnen zu bedanken und es motiviert Sie noch mehr zu leisten. In bin seit 18 Jahren im Wealth Management-Geschäft und es wird noch immer interessanter.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier