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UBS-Personalchef rechtfertigt Massenentlassungen

Die UBS hat ihren angekündigten Abbau von 1.200 bis 1.500 Stellen konkretisiert. Der Löwenanteil des UBS-Stellenabbaus entfällt auf den Bereich Vermögensmanagement und auf das Privat- und Firmenkundengeschäft in der Schweiz, sagte UBS-Personalchef Christoph Huber der NZZ. Von den Entlassungen sind besonders Frauen und Teilzeitmitarbeiter betroffen.

Die Entlassungen sind Teil des Abbaus von weltweit 8.700 Stellen, den der seit einem Vierteljahr amtierende Vorstandschef Oswald Grübel vor wenigen Wochen angekündigt hat. Inzwischen seien die meisten Betroffenen informiert, so Huber.

Vom Stellenabbau sind in der Schweiz insbesondere die Support-Bereiche betroffen. Die Mehrheit dieses Stellenabbaus entfällt laut Huber auf Bereiche wie Marketing, IT-Projekte und IT-Support, Personal, Management-Support sowie Segments- und Sales-Management.

Dass in den besonders betroffenen Support-Bereichen überdurchschnittlich viele Teilzeitangestellte zu finden sind, führe dazu, dass es dieses Segment beim Stellenabbau stärker treffe. Teilzeit wiederum werde überproportional von Frauen in Anspruch genommen, womit sich dies beim Anteil der vom Stellenabbau Betroffenen ebenfalls entsprechend auswirke.

Vorgaben, bei den Entscheiden auch soziale Komponenten einzubeziehen, gebe es nicht. Wenn aber von zehn Teammitgliedern sieben bleiben könnten, sei es verständlich, wenn in Kenntnis der persönlichen Lebenssituation allenfalls “weiche Faktoren” einflössen – etwa ob jemand eine Familie ernähren muss oder nicht.

Nach Angaben von Huber hat die UBS das Angebot an alternativen Arbeitszeitmodellen ausgebaut. Neben Teilzeitarbeit, unbezahlten Urlaub, Job-Sharing und Teilpensionierung sei nun auch der Kauf von Ferienguthaben möglich. Bei Bedarf könne ein Mitarbeiter bei entsprechender Lohnreduktion bis zu zehn zusätzliche Ferientage pro Jahr erwerben.

Seit Beginn des Arbeitszeit-Programms vor einem Monat haben laut Huber mehr als 400 UBS-Angestellte eines der Angebote angenommen. Huber schätzt, dass die 400 genutzten Angebote 20 bis 40 Entlassungen vermieden hätten.

Die UBS bietet den betroffenen Mitarbeitern ein mehrmonatiges Coaching und einen Sozialplan an. Kostenpunkt: 100 Mio. bis 140 Mio. Franken kosten. Zuversichtlich stimmt den Personalverantwortlichen zumindest die Tatsache, dass von aussen fast täglich Stellenangebote hereinkommen.

Unter anderem erkundigten sich Anwaltskanzleien, Versicherungen oder Krankenkassen bei der UBS nach verfügbaren Mitarbeitern. Die Anfragen würden gesammelt und wöchentlich in einem internen Stellenbulletin veröffentlicht. Es seien zwar keine riesigen Mengen, sagte Huber. Aber immerhin hätten auf diesem Weg zuletzt 20 bis 30 Stellen zugänglich gemacht werden können.

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