Schweizer Private Banker müssen den Gürtel enger schnallen

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Durch den anhaltenden Wettbewerb und durch die seltenere Umschichtung der Depots stehen die Gewinne im europäischen Private Banking dauerhaft unter Druck, wie es in der McKinsey-Studie "European Private Banking Survey 2010" heisst. "Die Zeiten des einfach verdienten Geldes im Private Banking sind vorbei", sagt der Co-Autor Jens Hagel.

Verstärkt wird die Situation in der Schweiz durch den Trend zum Onshore-Banking. So musste die Schweiz in 2009 erstmals einen Abzug von Anlegergeldern von 1 Prozent verkraften. Verantwortlich für diese Entwicklung war vor allem der Rückfluss von westeuropäischen Kundengeldern wie z.B. nach Italien.

Zuflüsse aus Schwellenländern wiegen Abflüsse nach Westeuropa auf

"Dennoch ist das Schweizer Wealth Management weltweit weiterhin hoch angesehen, wie stabile Mittelzuflüsse von Anlegern aus Asien, Lateinamerika, Osteuropa und dem Mittleren Osten zeigen. Trotzdem sanken die Gewinnmargen der Schweizer Privatbanken bei gleichbleibenden Kostenmargen", heisst es weiter.

Für Banken, die ihr Geschäftsmodell weiterentwickelten, gäbe es indes auch grosse Wachstumschancen. "Künftige Regulierungsmassnahmen werden darüber hinaus die Attraktivität des Private Banking für Banken erhöhen, weil es einen hohen Beitrag zur Liquidität leistet und nur geringe Kapitalanforderungen stellt", ergänzt Hagel.

Entscheidende Kostenvorteile für grosse Institute

Dabei bestünden Kostenvorteile für grosse Institute. So stieg die Kostenmarge am Asset under Management in 2009 von 81 auf 89 Basispunkte bei Instituten mit weniger als 5 Mrd. Euro Kundengeldern (6,8 Mrd. Franken). Dagegen sei die Kostenmarge mit 60 Basispunkten bei grösseren Banken gleich geblieben.

Hiervon dürfte die Schweiz besonders profitieren. Denn nach einer Studie von Scorpio Partnership stammen allein drei der zehn weltgrössten Vermögensverwalter aus der Schweiz. Nach der Bank of America mit einem Anlagevermögen von 1,74 Billionen US-Dollar (1,83 Billionen CHF) kommt die UBS mit knapp 1,6 Billionen Dollar (1,68 Billionen CHF) auf dem zweiten Platz. Die Credit Suisse mit 775 Mrd. (816 Mrd. CHF) und Pictet mit 243 Mrd. US-Dollar (256 Mrd. CHF) folgen auf den Plätzen fünf und zehn.

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