Noch immer wird im Asset Management für 250.000 Euro eingestellt

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Aktienkurse

2018 hat der DAX 18 Prozent verloren. (Foto: Getty Images)

Die Hiobsbotschaften reissen kaum ab: fallende Aktienkurse, US-Handelsstreit und eintrübende Konjunktur. Allein im vergangenen Jahr ist der DAX um 18 Prozent auf 10.559 Punkte eingebrochen. Damit sollte auch der Geldsegen für die Fondsindustrie abreissen, denn niedrigere Assets bedeuten niedrigere Verwaltungsgebühren und weniger Geld für Neueinstellungen. Eigentlich.

Doch laut Headhuntern befindet sich die Asset Management-Branche weiterhin im Einstellungsmodus. „Bis jetzt sehen wir noch keine Verringerung der Neueinstellungen“, versichert der aufs Asset Management spezialisierte Personalberater Manuel Rehwald von Rehwald Associates aus Königstein im Taunus. „Die Asset Manager stellen in Sales und Portfoliomanagement weiter ein.“

„Bislang sehen wir keine Verringerung bei den Einstellungen im Asset Management“, bestätigt Headhunter Patrick Riske von Fricke Finance & Legal in Frankfurt. „Die Branche ist deutlich langfristiger orientiert als das Investment Banking. Nur weil da einige Monate die Kurse um 20 Prozent fallen, wird nicht gleich die langfristige Strategie über den Haufen geworfen.“ Wenn es dagegen dauerhaft bergab gehe, müsse auch das Asset Management umdenken. Doch an diesem Punkt sei die Branche noch nicht angelangt.

Einige Player wie zum Beispiel Schroders bauen ihr Portfoliomanagement in Frankfurt sogar weiter aus. So haben die Amerikaner beipielsweise eine Portfoliomanagement-Lizenz beantragt und Ingmar Przewlocka angheuert. Überdies gebe es Neueintritte in den Markt, erzählt Rehwald. Doch anders als im Investment Banking würden die Asset Manager aufgrund des Brexits kaum neue Strukturen in Frankfurt schaffen. Vereinzelt werden in Frankfurt oder anderen deutschen Standorten Niederlassungen gegründet, um eine Präsenz auf dem europäischen Festland zu sichern. Häufig erfolgt ein Aufbau im Bereich Investment Management jedoch verstärkt am Standort Luxemburg. Dies betrifft aber häufig Funktionen im Bereich Middle Office, Back Office und Compliance.

„Ich sehe nicht, dass die Asset Manager wegen des Brexits verstärkt Neueinstellungen vornehmen“, sagt auch Riske. „Die warten alle noch ab, was aus den Verhandlungen herauskommt.“ Riske will aber nicht ausschliessen, dass ausländische Gesellschaften irgendwann gezwungen werden, Strukturen innerhalb der EU aufzubauen, um eine Vertriebszulassung zu erhalten. „Das Thema wird zwar angesprochen, ich sehe aber nicht, dass da bisher viel passiert.“

Laut Rehwald suchen Asset Manager derzeit vor allem Institutional Sales-Experten mit Schwerpunkt in Alternativen Anlagen, Real Estate, Private Debt und Private Equity. Angesichts der niedrigen Zinsen suchten institutionelle Investoren weiterhin eine mögliche Rendite in alternativen Anlagen. „Im Wholesales-Geschäft werden vor allem Mitarbeiter mit Erfahrung in Multi-Asset-Sales gesucht“, ergänzt Rehwald. Im Portfolio Management sind laut Rehwald vor allem Mitarbeiter mit einem Fixed Income- oder Multi Asset-Background begehrt. „Immer wieder spielen aber auch Sonderthemen eine Rolle. Kürzlich habe ich beispielsweise einen Portfoliomanager für europäische Small und Mid Caps gesucht.“

„Der Trend zu Multi Asset-Strategien neigt sich ein wenig dem Ende zu“, meint indes Riske. Sales-Experten für Alternative Anlagen seien weiterhin gefragt. „Es gibt aber keine völlig neuen Trends“, sagt Riske. Eine Ausnahme stelle das Thema Nachhaltigkeit dar. Immer mehr institutionelle Investoren verschrieben sich diesem Thema und würden entsprechende Fonds nachfragen. Einen Schub könnte das Thema bekommen, wenn es auch im Retailvertrieb ankomme, was jedoch noch nicht der Fall sei. Sales-Experten und Portfoliomanager mit Erfahrungen mit nachhaltigen Investments seien daher gefragt. „Dabei handelt es sich allerdings um eine überschaubare Zahl an Leuten“, schränkt Riske ein.

 

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