Stellensegen vorbei: In Berenbergs Aktiengeschäft beginnt der Arbeitsplatzabbau

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Berenberg in London

Der Personalaufbau der vergangenen Jahre scheint bei Berenberg vorerst vorbei zu sein. Noch im Februar hatte die Hamburger Bank angekündigt, in den beiden kommenden Jahren 100 Leute einstellen zu wollen. Stattdessen gab es jetzt Kündigungen.

Insidern zufolge plant die Bank einen erheblichen Personalabbau in ihrem umfangreichen Londoner Geschäft, der sich auf Aktienresearch, Sales und Trading erstreckt. Ein Insider bezeichnete die Abgänge als „beträchtlich“.

Unterdessen bestätigte ein Sprecher der Bank die Einschnitte. „Nach Jahren eines erfolgreichen Wachstums und einer geplanten Überprüfung unserer Struktur im Herbst 2018 werden wir unsere Mitarbeiterzahl auf den Stand von Anfang 2017 zurückführen“, sagte er. Dies geschehe „aus einer Position der Stärke heraus“, nachdem die Bank Marktanteile gewonnen habe.

Allein in London hat Berenberg 2017 rund 70 Mitarbeiter eingestellt. In diesem Jahr sollen noch einmal 30 hinzugekommen sein. Insgesamt wird die Mitarbeiterzahl in der Londoner City auf etwa 380 geschätzt, wobei die Einschnitte jeden fünften betreffen sollen.

Der Personalabbau nährt die Sorgen, dass die neue EU-Richtlinie MiFID II zur einem grösseren Personalabbau führen könnte. Bislang haben sich die Banken damit noch zurückgehalten. Londoner Personalvermittler rechnen indes mit einer Abbauwelle noch vor der Auszahlung der Boni für 2018.

Von dem Stellenabbau bei Berenberg sollen vor allem Mitglieder der Healthcare und Insurance-Teams betroffen sein.

Noch im Januar hat Berenberg Investment Banking-Chef David Mortlock die Expansionsbestrebungen der Hamburger Privatbank gegenüber dem Branchenfachblatt Financial News gerechtfertigt. „Wir machen uns keine Illusionen. Wir rechnen damit, dass der Research-Pool um 20 bis 30 Prozent fallen wird, aber es gibt keinen einzigen grossen Kunden, bei denen wir nicht auf der Research-Liste stehen.“

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