Was Sie schon immer über die Bezahlung bei den Landesbanken wissen wollten

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Bezahlung Landesbanken

Bei den Landesbanken geht es wie bei der Reise nach Jerusalem zu: Jede Runde gibt es eine weniger. Während die Bremer Landesbank im vergangenen Jahr in der NordLB aufging, wurde die HSH-Nordbank in diesem Jahr an eine private Investorengruppe um die Private Equity-Investoren Cerberus und J.C. Flowers verkauft. Übrig bleiben somit nur noch Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), BayernLB, NordLB und die Hessische Landesbank (Helaba).

Nachdem mittlerweile auch die BayernLB ihren Vergütungsbericht für das alte Geschäftsjahr vorgelegt hat, ist nun die Zeit für eine vergleichende Analyse gekommen. So viel darf schon einmal verraten werden: Die Sparschweine der Landesbanker leiden selten an Fettsucht.

Wie in der gesamten Branche herrscht auch bei den Landesbanken eine Zweiklassengesellschaft. Das eine sind die normalen Mitarbeiter mit den kleinen Sparschweinen. Das andere die sogenannten Risikoträger mit den stattlicheren Sparsäuen. Bei Letzteren handelt es sich um diejenigen Mitarbeiter, die eine besondere Verantwortung für Erträge und Risiken einer Bank tragen, also zumeist um die Führungskräfte. Entsprechend werden unten immer zwei Werte angegeben:

Helaba: 94.400 und 169.700 Euro

Die bestzahlende Landesbank ist die Helaba mit einer durchschnittlichen Gesamtvergütung von etwa 94.400 Euro. Wie nicht anders zu erwarten schnitten die Vertriebsmitarbeiter mit 136.600 Euro am besten ab. Dagegen lagen die Vergütungen im Back und Middle Office (Corporate Center und Unabhängige Kontrollfunktionen) nur zwischen 89.000 und 90.000 Euro.

Anders sieht es bei den Risikoträgern aus. Diese knapp 300 Personen kassierten durchschnittlich lediglich 169.700 Euro, womit es nur für den letzten Platz reichte. Selbst die Risikoträger der kriselnden NordLB schnitten besser ab – obwohl im Norden die Boni ausfielen.

BayernLB: 92.400 und 172.700 Euro

Immerhin 92.400 Euro strichen die Bayern 2017 ein. Dabei würden die Zahlen eigentlich noch besser ausfallen, wenn hier nicht die gut 2800 Beschäftigten der DKB mit einer durchschnittlichen Bruttovergütung von nur knapp 59.000 Euro hineingerechnet wären.

An der Spitze der bayerischen Nahrungskette stehen die gerade einmal 46 Mitarbeiter des Asset Managements mit 187.000 Euro, gefolgt von den rund 200 Investmentbankern mit etwa 170.000 Euro. Die mit 133.000 Euro üppige Bezahlung der „Retail Banker“ geht auf den schlichten Umstand zurück, dass die BayernLB ihr umfangreiches Firmenkreditgeschäft hierunter zusammengefasst hat. Dagegen liegen die Risikoträger der Bank mit 172.700 Euro nur auf dem Niveau der NordLB.

LBBW: 83.200 und 266.100 Euro

Wiederum anders bei der LBBW. Bei den Risikoträgern liegen die Stuttgarter weit vorn. Jeder dieser Spitzenkräfte verdiente 2017 durchschnittlich 266.100 Euro. Dagegen mussten sich die normalen Mitarbeiter mit 83.200 Euro begnügen, was nur für den vorletzten Platz reichte. Leider stellt die LBBW nur detaillierte Vergütungszahlen für ihre Risikoträger zur Verfügung.

NordLB: 64.800 und 172.700 Euro

Nachdem die HSH-Nordbank privatisiert wurde, stellen die Niedersachsen das grösste Sorgenkind unter den Landesbanken dar. Vor allem hat die NordLB immer noch mit den Verlusten aus ihrem Portfolio an Schiffskrediten zu kämpfen, weshalb sich die niedersächsische Landesregierung nach einem Privatinvestor umschaut, um so die Eigenkapitalquote zu heben.

Für die Mitarbeiter bedeutete dies freilich eine weitere Nullrunde bei den Boni, was ein Grund ist, weshalb die Hannoveraner mit einer durchschnittlichen Bruttovergütung von 64.800 Euro weit abgeschlagen auf dem letzten Platz landen.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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