„Rückkehr ins Investment Banking ist sehr selten“: Peter Kimpel wird Chef von Barclays Frankfurt

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Steven Valiquette Barclays

Es ist schon fast ein Jahr her als der damalige Barclays Deutschland-Chef Alexander Doll als Logistikvorstand zur Deutschen Bahn wechselte. Jetzt scheinen die Briten endlich einen Nachfolger gefunden zu haben. Laut Bloomberg werde Rocket Internet-Finanzchef Peter Kimpel die Nachfolge Dolls in Frankfurt antreten. Unterdessen hat Rocket Internet bestätigt, dass Doll mit Wirkung zu Anfang Oktober gekündigt hat. „Das war eine sehr schwierige Besetzung“, erzählt ein Headhunter mit Kenntnissen zu dem Vorgang. Die Position sei von einem internationalen Personalvermittlungs-Unternehmen besetzt worden.

Ebenso wie Rocket Internet-Chef Oliver Samwer hat Kimpel an der WHU in Vallendar bei Koblenz Betriebswirtschaftslehre studiert und anschliessend 1992 als Analyst bei Goldman Sachs International in London begonnen. Weitere Stationen führten ihn nach New York und Frankfurt, wo er 2004 erst zum Managing Director und dann 2010 zum Partner avancierte. 2014 folgte schliesslich der Wechsel zu Rocket Internet, an dessen Börsengang er massgeblich mitgewirkt hat.

„Der Wechsel vom Investment Banking in die Industrie und dann zurück ist höchst unüblich“, erzählt der Headhunter. Zwar würden viele Investment Banker auf die Corporate Seite wechseln, wenige jedoch zurückgehen. „Da fallen mir momentan nur Leute ein, die wie Kimpel von Goldman Sachs gekommen sind.“ Ein anderer Fall ist Marcus Schenck, der nach Stationen bei McKinsey und im Investment Banking erst als Finanzchef zu EON wechselte und anschliessend zur Deutschen Bank ging, wo er zuletzt als Co-Head das Corporate & Investment Banking leitete und im Streit um die Ausrichtung der Bank und die Nachfolge des geschassten Konzernchefs John Cryan das Unternehmen verliess.

Da der Wechsel von einem Vorstandsposten in der Realwirtschaft zurück ins Investment Banking so unüblich sei, ist sich der Headhunter auch nicht sicher, ob der Karriereschritt Sinn macht oder nicht. Womöglich habe allerdings auch Unzufriedenheit bei seinem alten Arbeitgeber eine Rolle gespielt.

Gerade für jüngere Leute stelle es ein Karrieresprungbrett dar, einige Jahre bei einem Internetkonzern wie Rocket Internet und seinen Tochtergesellschaften gearbeitet zu haben. „Wir Headhunter wissen alle: Die haben eine steile Lernkurve hinter sich“, sagt der Personalvermittler. Allerdings würden nur wenige davon zurück ins Investment Banking gehen, sondern sich andere Herausforderungen suchen.

Barclays beschäftigt in seinem Frankfurter Corporate & Investment Banking rund 180 Mitarbeiter und hat versucht durch eine ganze Reihe von Neueinstellungen sein Deutschlandgeschäft zu verstärken, auch wenn ein Teil der Stellen in London angesiedelt sind. Laut dem Headhunter sei in der Branche bekannt, dass es bei Barclays in Frankfurt ein Führungsproblem gebe.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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