Rätselraten um die Nachfolge von Jörg Kukies bei Goldman Sachs

eFC logo
Jörg Kukies

Bei Goldman Sachs Frankfurt ist gerade der Job des Leiters des Wertpapiergeschäfts frei geworden.

Kaum fängt der bisherige Co-Chef von Goldman Sachs Frankfurt Jörg Kukies als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium an, beginnt das Rätselraten um dessen Nachfolge. So viel ist schon einmal klar: Der andere Co-Chef Wolfgang Fink wird die Geschicke von Goldman Sachs in Deutschland und Österreich künftig allein verantworten.

Fink hat bereits das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen, Aktien- und Anleiheemissionen geleitet (IBD), während Kukies für den Handel mit Aktien, Anleihen und Derivaten verantwortlich war (Sales & Trading). Ein Nachfolger für seine Funktion als Leiter des Sales & Tradings steht jedoch noch aus. „Wir werden die Nachfolge zu gegebener Zeit kommunizieren“, versicherte eine Unternehmenssprecherin.

Der Abgang von Kukies geschieht zu einer herausfordernden Zeit, muss Goldman Sachs doch im Zuge des Brexits seinen Wertpapierhandel in der restlichen EU neujustieren, wobei Frankfurt eine Schlüsselrolle zukommt.

Allerdings scheint bei Goldman Sachs in Frankfurt kein Mangel an Talenten zu herrschen. „Es gibt einige deutsche Managing Directors, die das Wertpapiergeschäft in Frankfurt übernehmen könnten. Doch angesichts der Tatsache, dass Goldman Sachs Frankfurt künftig eine wichtige europäische Basis sein wird, ist noch unklar, ob Goldman Sachs das Geschäft einem Mitarbeiter überträgt, der bereits in Deutschland arbeitet“, erzählt ein Goldman Sachs-Insider. „Es ist gut möglich, dass das Frankfurter Wertpapiergeschäft künftig von jemanden geleitet wird, der heute noch in London arbeitet.“

Unterdessen fällt das Urteil alter Kollegen über Kukies durchwachsen aus. „Ich kenne ihn recht gut. Er ist bei den Partnern sehr beliebt und ein richtiger Karrierepolitiker. Der Wechsel überrascht mich daher nicht“, erzählt ein zweiter Goldman Sachs-Insider, der ebenfalls anonym bleiben möchte. „Dennoch ist er nicht mit früheren Partnern wie Alexander Dibelius oder Philip Holzer vergleichbar“. Beide hätten sich wenig gestört, wenn die Umsetzung ihrer Visionen anderen Leuten geschadet hätte. Dagegen sei Kukies „Teflon“. „Seit er am Hebel ist, hat das Wertpapiergeschäft zu kämpfen und könnte nicht weiter entfernt von den alten Glanzzeiten sein“, ergänzt er.

Goldman Sachs bestreitet indes Schwierigkeiten im deutschen und österreichischen Wertpapiergeschäft. Auch der erste Insider führt die aktuellen Schwierigkeiten nicht auf Kukies zurück: „Jeder weiss, dass des beim FICC-Geschäft und der Leitung des FICC-Geschäfts bei Goldman Sachs Schwierigkeiten gibt. Doch dies hat nichts mit Kukies zu tun und sein Weggang sollte nicht in diesem Kontext gesehen werden.“

Beim Wechsel ins Bundesfinanzministerium habe es sich vielmehr um eine einmalige Chance für Kukies gehandelt. „In Deutschland sind solche Regierungsämter wesentlich schwieriger zu bekommen als in Grossbritannien oder den USA.“

Ähnliche Artikel

Beliebte Berufsfelder

Loading...

Jobs suchen

Artikel suchen

Close