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Darf man einen Praktikumsplatz aufkündigen, wenn man ein besseres Angebot erhält?

Point72 internship

Sie haben vor einiger Zeit ein Praktikumsangebot erhalten. Es handelt sich um eine gute Chance bei einem anständigen Arbeitgeber. Sie standen unter Druck, das Angebot anzunehmen. Denn zu diesem Zeitpunkt lag Ihnen nur dieses Angebot vor und das Unternehmen machte Druck. Man könne den Platz nicht lange offenhalten, hiess es. Also haben Sie das Angebot angenommen.

Doch plötzlich flattert Ihnen ein neues Angebot ins Haus – eines das Ihnen deutlich besser als das erste zusagt. Was lässt sich in einem solchen Fall unternehmen? Dürfen Sie die Annahme des ersten Angebots widerrufen? Sicherlich stellt dies eine Option dar. Ob Sie diese Option jedoch wählen sollten, stellt eine weitaus kompliziertere Frage dar.

Tatsächlich finden sich immer mehr Studenten in genau so einer Situation wieder. Für die Arbeitgeber sollte dies keine Überraschung darstellen, haben sie doch massgeblich zu dieser Bredouille beigetragen. Um sich beim Kampf um die besten Talente die Poleposition zu sichern, haben die Arbeitgeber die Bewerbungsfristen immer früher angesetzt. Vor allem bei angelsächsischen Investmentbanken beginnt die Phase der Vorstellungsgespräche teilweise bereits ein Jahr vor dem eigentlichen Praktikum. Die Bewerber stehen verständlicherweise unter Druck, das erstbeste Angebot anzunehmen, wobei sie durch verschiedene Taktikten der Arbeitgeber dazu ermuntert werden. Kein Wunder, dass es sich in dem Jahr zwischen der Annahme des Angebots und dem tatsächlichen Praktikum so mancher Bewerber noch einmal überlegt.

Doch die Annahme eines Stellenangebotes zurückzuziehen, sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen, selbst wenn es sich lediglich um ein Praktikum handelt. Bei dem Arbeitgeber brauchen Sie sich so schnell nicht wieder zu melden. Ausserdem beschädigen Sie möglicherweise Ihre aufkeimende Reputation in der Branche, sofern Sie denn in dem Bereich bleiben wollen. Auch die Unis und Colleges – namentlich in den USA – sehen ein solches Verhalten ungern. Sie fürchten, dass der Trend ein einmal angenommenes Angebot abzulehnen, ihre Reputation bei Arbeitgebern und Ehemaligen beschädigt, die oft die Hochschulen finanziell unterstützen. Einige Hochschulen sanktionieren ein solches Verhalten sogar.

Daher sollten Studenten bei einem solchen Schritt vorsichtig sein. Auch wenn Arbeitgeber rasch Ihre Unterschrift unter einem Praktikumsvertrag sehen möchten, verstehen sie doch, dass Top-Studenten mehrere Optionen haben und diese nutzen wollen. Normalerweise sind die Arbeitgeber daher bereit, Ihnen ein wenig Bedenkzeit einzuräumen – im vernünftigen Rahmen natürlich. Dabei sollten Sie auf folgende Punkte achten:

1. Verhalten Sie sich Arbeitgebern gegenüber klar und transparent und lassen Sie sie wissen, bis wann Sie sich entscheiden.

2. Sie reagieren auf E-Mails und andere Kommunikationsformen, während sie sich entscheiden. Abzutauchen schürt Misstrauen und stellt niemals eine gute Idee dar.

3. Falls Sie ein Angebot wirklich nicht annehmen möchten, dann sollten Sie anderen den Vortritt lassen.

4. Schwanken Sie nicht lange, denn das signalisiert einem Arbeitgeber, dass Sie nicht sonderlich begeistert sind. Das erwischt Sie auf den falschen Fuss, falls Sie es doch noch wahrnehmen wollen.

Jeder Arbeitgeber möchte, dass sich jemand für das Unternehmen entscheidet, weil er dort wirklich arbeiten möchte und nicht nur weil man dem Kandidaten keine Zeit für die Entscheidung gelassen hat. Wir Arbeitgeber machen uns die Entscheidung auch nicht leicht. Wir erwarten, dass das Bewerber ähnlich halten.

Jonathan Jones ist Head of investment talent development beim Asset Manager Point72 und hat früher als Senior Recruiter für Blackrock und Goldman Sachs gearbeitet.

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