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GASTBEITRAG: Was Sie noch nie über den Dresscode im Banking gehört haben

Banking dress code

Beim Banking dreht sich alles um Menschen und nicht um Zahlen, wie Sie vielleicht denken. Entscheidend ist, was die Leute über Sie denken und was Sie wiederum von ihnen halten. Der äussere Eindruck wird rasch als Realität missverstanden.

In einer solchen Welt verrät die Art und Weise, wie Sie sich kleiden, einiges über Sie. Das dürfen Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen.

In meinen beinahe 20 Jahren im Banking habe ich drei einfache Regeln zum Dresscode im Banking gelernt. Eine davon schlägt sie alle und sie wird nur selten erwähnt: Unter keinen Umständen dürfen Sie besser aussehen als Ihr Vorgesetzter.

Ich haben schon viele Praktikanten erlebt, die namentlich gegen diese Regel verstossen haben. Sie tauchen in Banken mit Hermes- oder Ferragamo-Krawatten auf und tragen Tod-Slipper. Falls diese nicht gerade Sprösslinge wichtiger Kunden sind, fällt ihre Zukunft begrenzt aus. Kleiden Sie sich also niemals besser als ihre Vorgesetzten. Dabei handelt es sich in den Finanzdienstleistungen um einen CLM, einen Career Limiting Move.

Kleiden Sie sich sauber, makellos und professionell. Allerdings sollten Sie dabei nicht so weit gehen, sich wie einen Filmstar zu kleiden. Arm und benachteiligt auszusehen, stellt hingegen keine schlechte Strategie dar. Denn damit vermitteln Sie einen hungrigen und hart arbeitenden Eindruck. Ich persönlich versuche mich etwas bescheidener als Mad Men-Star Don Draper zu kleiden.

Zweitens: Kleiden Sie sich nach alter Schule.

Wir sind hier nicht in Mailand und Sie stolzieren nicht über den Laufsteg. Kleiden Sie sich also nicht nach dem letzten Schrei oder zu trendy. Ich habe schon gesehen, wie Leute mit hochgekrempelten Jeans bei einem Casual Day aufgetaucht sind. Stattdessen sollten Sie sich traditionell und schlicht kleiden: dunkler Anzug und weisse Hemden. Sie können sich Hosenträger im Stile Gordon Gekkos zulegen, sobald Sie Ihr ersten paar hundert Millionen verdient haben.

Der Grund ist simpel: Wenn Sie sich wie ein Supermodell oder wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kleiden, dann hören die Leute schnell auf, Sie ernst zu nehmen.

Diese Regel gilt auch für die Wochenenden. An Wochenenden sind Sie vielleicht allein mit ihrem Managing Director im Büro. Doch wenn Sie wie ein Fettklops im T-Shirt aussehen, den man die Party der vergangenen Nacht anriecht, dann haben Sie einen weiteren CLM begangen.

Schliesslich geht es nicht nur darum, was Sie tragen, sondern wie Sie es tragen. Die Leute erinnern sich selten an die Details Ihres Outfits. Sie erinnern sich an den allgemeinen Eindruck und Auftritt. Selbst ein schlichter Anzug mit einem gut passenden Hemd bringen Sie nicht weiter, wenn Sie in den Klamotten hängen oder so leise sprechen, dass niemand Sie verstehen kann.

Der Autor arbeitete als Managing Director bei Goldman Sachs und bloggt auf „What I Learned on Wall Street“ (WilowWallStreet.com).

Kommentare (1)

Comments
  1. Danke für die tollen Artikel – ich finde es aber immer wieder interessant, dass man von Banker spricht und dabei Investment-Banker meint. Habt ihr mal überlegt, dass nicht jeder bei Goldmann oder MS arbeitet, sondern viele in den herzlosen Menschenhöllen die da fund accounting, security services, IT und Compliance oder noch schlimmer, Business Change… Business continuity etc. heißen. Auch die bekommen Gehalt, Gehaltserhöhungen und Boni, die aber bei weiten (und das ist in Frankfurt trotz Brexit ohnehin die Ausnahme) niemals für einen neuen Porsche reichen! Aber auch diese oder gerade diese Positionen sind wichtig – sehr wichtig, denn sie können nicht durch die Mandanten selbst ersetzt werden, z.B. in Verwahrstellen oder in WP-Abwicklung!

    Des Weiteren Danke für den Kommentar zu den Klamotten, ich mag auch nicht diese Leute die sich wie Brad Pitt gerieren, wie man in diesen Klamotten oder mit 18cm High Heels überhaupt noch arbeiten kann ist mir ohnehin ein Rätsel.

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