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UBS-Ergebnisse: Die Gewinner und Verlierer unter den Mitarbeitern

UBS-Chef Sergio Ermotti (Foto: UBS)

UBS-Chef Sergio Ermotti (Foto: UBS)

Bei der Präsentation der UBS-Ergebnisse frohlockte Konzernchef Sergio Ermotti: „2017 war ein hervorragendes Jahr für uns. Wir erzielten ein stärkeres Resultat als im Vorjahr und erreichten unsere anvisierten Nettokosteneinsparungen.” Tatsächlich strich die Schweizer Grossbank einen Vorsteuergewinn von 5,4 Mrd. Franken ein, immerhin fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Doch nach Steuern blieben von dem Geldsegen keine 1,2 Mrd. Franken übrig. Grund war die US-Steuerreform, die bei der UBS mit fast 2,9 Mrd. Franken zu Buche schlug.

Doch abgesehen von de Konzernergebnissen: Welche UBS-Mitarbeiter gehören zu den Gewinnern und welche zu den Verlierern? Hier unsere Analyse:

Gewinner: Martin Blessing

Bei der Vorlage des Jahresabschlusses kündigte Ermotti an, Wealth Mangement und Wealth Management Americas in einer globalen Einheit zum 1. Februar zusammenzulegen. Einer der neuen Co-Chefs wird der ehemalige Commerzbankchef Martin Blessing, der erst vor Weihnachten zum Wealth Management-Chef erkoren wurde. Der zweite Co-Chef wird Tom Naratil, der bislang das Wealth Management Americas leitete. Damit tritt Blessing seit seinem Wechsel zur UBS dort bereits seine dritte Stelle an. Schweizer Medien spekulieren, Blessing könne auf diese Weise zu einem Nachfolger Ermottis aufgebaut werden.

Verlierer: Mitarbeiter im Back und Middle Office

Erklärtes Ziel der Wealth Management-Fusion ist die Hebung von Synergieeffekten. Nachdem bereits das Geschäft mit den Superreichen (UNHWI), das Global Family Office und das Chief Investment Office zusammengelegt wurden, sollen jetzt Middle und Back Office-Bereiche folgen – namentlich die Bereiche Legal und Risikomanagement. Dies dürfte mittelfristig auf einen Personalabbau hinauslaufen.

Weiter lobte Ermotti im Analystencall die „höhere Klarheit bei der Regulierung”. Immerhin beziffert der Bankchef den Anteil der Regulierung an der Aufwandsertragsquote von 81 Prozent allein auf 5 Prozentpunkte. Da die Quote in den kommenden drei Jahren auf unter 75 Prozentpunkte sinken soll, will die Bank namentlich im Middle und Back Office bzw. im Corporate Center sparen. Die wachsende Klarheit erleichtere ein „Streamlining”. Der Jobsegen in Compliance und Regulierung scheint jedenfalls bei der UBS zu Ende zu gehen.

Gewinner: Die Private Banker in den USA

Das Wealth Management konnte seinen Vorsteuergewinn 2017 um 18 Prozent auf 2,3 Mrd. Franken steigern. Auch das Wealth Management Americas lief rund. Hier wuchs der Vorsteuergewinn allerdings nur um 13 Prozent auf knapp 1,3 Mrd. Franken. Bei der Bezahlung kehren sich zum Unmut der nichtamerikanischen Kollegen die Verhältnisse um. Während die UBS für jeden ihrer rund 13.500 Mitarbeiter im Wealth Management Americas durchschnittlich fast 383.000 Franken ausgab, mussten sich die knapp 9700 Kollegen aus dem Rest der Welt mit weniger als 244.000 Franken begnügen – ein Unterschied von fast 140.000 Franken. Kein Wunder, dass die Aufwandsertragsquote in Amerika mit 84 Prozent deutlich schlechter als in der übrigen Welt mit 64 Prozent ausfällt. Da die UBS bis 2020 im Wealth Management eine Aufwandsertragsquote von 65 bis 75 Prozent anstrebt, wäre eine kräftiges Sparprogramm auf der anderen Seite des Atlantiks notwendig – eigentlich. Doch mit der Fusion der beiden Wealth Management-Sparten erreicht das neue Global Wealth Management die Kostenquote ganz ohne Einsparungen. Von daher stellt die Fusion für die Amerikaner eine sehr gute Nachricht dar.

Gewinner: Equity and Debt Capital Markets

Die Investment Banking Division der UBS hat ein gutes Jahr hinter sich. Vor allem im Geschäft mit Aktienemissionen (Equity Capital Markets) sprangen die Erträge 2017 gegenüber dem Vorjahr um über die Hälfte auf knapp 1,1 Mrd. Franken in die Höhe. Weniger erfreulich aber immer noch positiv entwickelte sich das Geschäft mit Anleiheemissionen (Debt Capital Markets). Dort kletterten die Erträge um 6 Prozent auf 782 Mio. Franken. Vor allem die Aktienspezialisten können also auf satte Boni hoffen.

Verlierer: Advisory und Financial Solutions

Doch nicht überall in der Investment Banking Division lief es so erfolgreich. Im Advisory-Geschäft purzelten die Erträge um 8 Prozent auf 636 Mio. Franken; in Financial Solutions sogar um 15 Prozent auf 307 Mio. Franken. In den beiden Disziplinen fallen die Bonusaussichten also eher trübe aus.

Verlierer:  Handel mit Devisen und Zinsprodukten

Die Ruhe an den Märkten hat dem Sales & Trading wie den meisten übrigen Banken auch mächtig zugesetzt. Denn mit einer geringeren Volatilität wird im Trading weniger verdient. Der Handel mit Devisen und Zinsprodukten stürzte binnen Jahresfrist um ein Viertel auf knapp 1,4 Mrd. Franken ab. Dagegen konnte sich der Aktienhandel behaupten. Die Erträge lagen hier 2017 mit gut 3,5 Mrd. Franken leicht über dem Vorjahr.

Gewinner: Die Mitarbeiter mit hohen aufgeschobenen Boni

Hohe Boni werden bei der UBS wie bei den meisten übrigen Grossbanken über mindestens drei Jahre aufgeschoben ausgezahlt und ein Grossteil wiederum aktienbasiert. Auf diese Weise sollen die Interessen der UBS-Spitzenverdiener an den Unternehmenserfolg gekoppelt werden. Für alle Aktionäre unter den Belegschaft hielt Ermotti ein ganz besonderes Zuckerle bereit: Die Dividende für 2017 soll um 5 auf 65 Rappen je Aktie steigern. Und es kommt noch besser: In den kommenden drei Jahren will die UBS für bis zu 2 Mrd. Euro eigene Aktien zurückkaufen. Die Börsen beeindruckte dies allerdings wenig. Im Vormittagshandel gab die UBS-Aktie um rund 2 Prozent nach.

Verlierer: Neue Mitarbeiter

Ermotti gab beim Analystencall das Ziel aus, die Kosten fürs Recruitment zu senken. Es solle weniger von aussen eingestellt und die Einstellungspakete abgespeckt werden. Neue Mitarbeitern dürfte es fortan schwerer fallen, ein lukratives Einstiegspaket auszuhandeln.

Verlierer: Schweizer Mitarbeiter

Ermotti stellt die UBS gerne als den einzigen wirklich globalen Wealth Manager dar. Der Goldesel des Konzerns stellt allerdings immer noch der Heimatmarkt dar. Allein 2,9 Mrd. Franken des Vorsteuergewinns erwirtschaftete der Konzern in der Schweiz – über die einzelnen Sparten hinweg. Dennoch hat Ermotti für seine Schweizer Mitarbeiter eine schlechte Nachricht parat: Ab 2019 wird die Pensionskasse umgestellt. Damit werden die Umwandlungssätze gesenkt, das ordentliche Pensionseintrittsalter angehoben, die Arbeitnehmerbeiträge erhöht und das Einzahlungsalter abgesenkt. Fein heraus sind lediglich die Pensionäre: Auf sie hat die Reform keine Auswirkungen.

Gewinner: Die IT

Es braucht nicht eigens erwähnt zu werden, dass die Aussicht in der IT und angrenzenden Bereichen rosig ausfallen. Laut Ermotti werde das kommende Jahrzehnt im Banking ganz im Zeichen der IT stehen. Vor daher werde die Bank in den kommenden Jahren eine weitere Milliarde Franken in die Digitalisierung stecken.


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