Traurige Bayern: In München kassieren Investmentbanker weniger als in Frankfurt

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Germany Munich city at dawn with Frauenkirche

München hat nicht nur schöne Seiten.

Bei Rankings der Lebensqualität erreicht München regelmässig Spitzenplätze. Bei der jüngsten Untersuchung des Beratungsunternehmens Mercer landete die bayrische Hauptstadt auf dem vierten Platz und musste sich lediglich Wien, Auckland und Zürich geschlagen geben. Frankfurt hatte indes mit dem siebten Platz das Nachsehen.

Die Attraktivität Münchens hat jedoch eine unerwartete Nebenwirkung für Investmentbanker. „Die Arbeitgeber sagen: München ist so attraktiv, dass wir weniger zahlen müssen als in Frankfurt“, erzählt Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents. „Dass die Zahl der Stellen in München sehr niedrig ist, macht die Sache nicht einfacher.“

Tatsächlich betreiben eigentlich nur die HypoVereinsbank, die BayernLB und die kleine Baaderbank Investment Banking in München. Hinzu kommt aber eine durchaus beachtliche Zahl an Boutiquen und Private Equity-Häusern. Vor allem die Private Equity-Häuser sorgen für eine rege Nachfrage nach Leveraged Finance-Produkten.

Tamm schätzt die Abschläge bei den Grundvergütungen in München auf 10 bis 20 Prozent. „Auf dem Juniorlevel fällt das noch nicht so sehr auf, ab Senior Level – vom Vice President aufwärts – wird dies aber frappant, weil dann die Gehaltserhöhungen niedriger ausfallen als in Frankfurt“, sagt Tamm. „Wer einmal in München ist, der zieht so schnell nicht wieder weg. Von daher brauchen die Banken auch nicht so viel zahlen, um die Mitarbeiter zu halten.“ Aus den gleichen Gründen würden auch die Boni für die Seniors nicht in den bayrischen Himmel wachsen.

Ein anderer Headhunter, der derzeit für einen Kunden in München arbeitet und daher anonym bleiben möchte, schätzt die Abschläge auf 10 bis 15 Prozent. Pikant dabei: Die Lebenshaltungskosten in München fallen höher als in Frankfurt aus. Laut dem Mietpreisindex des Marktforschungsunternehmens F+B für 2016 landete München mit 171 Punkten auf dem ersten Platz. Dagegen erreichte Frankfurt mit 121 Punkten nur den 18. Platz aller deutschen Städte und rangiert damit sogar hinter Köln und Darmstadt. „Die Mieten sind höher als in Frankfurt, die Vergütungen aber eher niedriger als in Frankfurt“, kommentiert der Personalberater augenzwinkernd.

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