Was Londoner Brexitflüchtlinge über den Frankfurter Dresscode wissen müssen

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Casual Friday in Frankfurt?

Falls Sie über einen Umzug von London nach Frankfurt nachdenken, dann erliegen Sie womöglich der Illusion, Sie könnten dort ähnlich wie in London herumlaufen. Schliesslich ist die Bankenbranche in ganz Europa recht homogen und von Bankern wird in beiden Städten ein ähnlicher Dresscode verlangt.

Doch damit liegen Sie falsch.

Der Frankfurter Dresscode unterscheidet sich empfindlich vom Londoner. Was in London normal ist, wird in Frankfurt schief angesehen.

1. In Frankfurt gibt es kaum massgeschneiderte Hemden

OK, viele Londoner Banker kaufen gleich reihenweise Hemden beim Grosshändler TW Lewin, doch es gibt auch solche, die bezahlbare massgeschneiderte Hemden in der Jermyn Street erstehen. Dagegen geniessen massgeschneiderte Hemden in Frankfurt Seltenheitswert. Vielmehr kaufen die meisten deutschen Banker ihre Hemden von Läden wie Olymp, Eterna und Seidensticker. Die Qualität der Stoffe ist nicht überragend, aber alle tragen sie und wenn auch Sie das tun, passen sie ins Bild.

2. Niemand in Frankfurt trägt Hosenträger

Falls Sie sich den Film „Wall Street“ angeschaut haben, dann gehören Sie vielleicht auch zu denjenigen Bankern, die zu roten Hosenträgern greifen. Das sollten Sie in Deutschland tunlichst unterlassen. Dieser Trend hat einen Bogen um Frankfurt gemacht. Dort tragen sämtliche Banker Gürtel.

3. Frankfurter Banker tragen keine farbigen Socken

Deutschland ist zwar die Heimat der renommierten Sockenmarke Falke, das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass deutsche Banker rosa oder grüne Socken wie ihre Londoner Kollegen tragen. In Deutschland trägt man schwarze Socken. An diese Regel sollten Sie sich halten, ausser Sie wollen, dass die Leute auf ihre Knöchel starren.

4. Vermeiden Sie Slipper mit zwei Schnallen

Londoner Banker lieben Slipper mit zwei Schnallen. Einige deutsche Banker haben sich dem angeschlossen, aber nur wenige. Falls Sie sich anpassen wollen, dann sollten Sie etwas Konservativeres wählen wie etwa normale Herrenschuhe.

5. Besorgen Sie sich eine schicke Uhr

Armbanduhren sind in Londoner Bankerkreisen out, besonders bei jüngeren Leuten. Doch in Frankfurt werden selbst die Analysten nach dem beurteilt, was sie um ihre Handgelenke tragen. Ich habe schon Analysten in ihrem ersten Jahr gesehen, die mit Taucheruhren von Rolex herumgelaufen sind – die sogenannte „Analysten-Uhr“. Diese kauft man sich üblicherweise mit seinem Antrittsbonus, mit dem Bonus des ersten Jahres oder erhält sie von seinen wohlhabenden Eltern zum Uniabschluss. Dagegen ist in London eher Understatement schick. Meistens sieht man Apple Watches – oft in kindischen Farben wie Blau, Grün, Violett oder Rot.

6. Halten Sie sich am Casual Friday an die bewährten Klassiker

Während es also an den meisten Wochentagen Diskrepanzen bei den Kleidungsfragen gibt, besteht an den sogenannten „Casual Fridays“ mehr Einigkeit, an denen sich junge Männer überall ähnlich anziehen. In Frankfurt wie in London sollten Sie sich ein paar Marken-Slipper oder Bootsschuhe von Timberland besorgen, Marken-Chinohosen und ein schönes Hemd (bevorzug von Ralph Lauren) mit Manschettenknöpfen. Mit einem solchen Outfit machen Sie sowohl auf der Fressgasse als auch in Canada Water eine gute Figur.

Unser Gastautor hat in Deutschland studiert. Er arbeitete als Analyst im Londoner Investment Banking und ist jetzt dort M&A-Profi in der Unternehmensentwicklung. Vorher hat er erste Berufserfahrungen im Investment Banking in London und Frankfurt gesammelt.

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