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Frühere UBS-Troika verzichtet auf 33 Mio Franken

Der öffentliche Druck auf drei ehemalige Spitzenbanker der Grossbank UBS hat gewirkt.

Der im April wegen der Milliardenabschreibungen im Zuge der US-Finanzkrise zurückgetretene Chefkontrolleur Marcel Ospel, der im Oktober ausgeschiedene Verwaltungsrat Stephan Haeringer und der im September zurückgetrene Finanzchef und -Verwaltungsrat Marco Suter verzichten auf insgesamt 33 Mio. Franken.

Dieser freiwillige Verzicht sei kein Schuldeingeständnis, heißt es in einer Mitteilung des gemeinsamen Sprechers, Jörg Denzler von der PR-Firma Balanx.

Vom Gesamtbetrag trägt Ospel mehr als zwei Drittel. Der Anteil reflektiere das Verhältnis der effektiven Lohnzahlungen und weiteren Vergütungen.

Der von 2001 bis zum April 2008 als Verwaltungsratspräsident amtierende Ospel hatte die UBS, einst ein reinrassiger Vermögensverwalter, auch zur größten Investmentbank der Welt machen wollen.

Unter seiner Führung hatte die Bank in großem Stil in auf US-Hypotheken basierende Wertpapiere investiert. Seit dem Ausbruch der Kreditkrise musste UBS rund 45 Milliarden Franken abschreiben und Mitte Oktober ein von der Schweizer Regierung und der Schweizerischen Nationalbank geschnürtes Rettungspaket von rund 68 Mrd. Franken in Anspruch nehmen.

Haeringer war Ospels Stellvertreter und mit Suter zusammen bildeten sie das dreiköpfige Chairman’s Office, das als die eigentliche Machtzentrale des Bankkonzerns galt. Suter hatte zuletzt ein Jahr als Finanzchef amtiert.

Mit ihrem Verzicht wollen Ospel, Haeringer und Suter deutlich machen, “dass sie sich der Realität stellen”, wie es in der Mitteilung heißt. “Sie sind sich bewusst, dass sie mit heutigem Wissen verschiedene Entscheide anders fällen würden.”

Ospel wurde mit den Worten zitiert, spätestens mit dem Engagement des Bundes sei ihm klar gewesen, dass von ihm substanzielles Handeln gefordert sei: “Für mich ist die heutige Lösung richtig. Ich hoffe, dass ich damit einen Beitrag zur Bewältigung einer für mich bis vor kurzem unvorstellbaren Situation leisten kann.”

Haeringer und Suter hielten in der Presseerklärung fest, dass sie zusammen mit Ospel als “vollamtliche Verwaltungsratsmitglieder über Jahre die Strategie der UBS mitgestaltet” hätten. “Es stand für uns von Anfang ausser Frage, dass wir uns auch in dieser schwierigen Situation solidarisch untereinander und loyal gegenüber der UBS verhalten”, wurden die beiden zitiert.

Der frühere UBS-Konzernchef Peter Wuffli hatte bereits Anfang November den Verzicht auf zwölf Mio. Franken bekanntgegeben.

Die UBS hatte in der vergangenen Woche bei der Vorstellung eines neuen Vergütungsmodells für Topmanager mitgeteilt, wegen der freiwilligen Rückzahlungen Gespräche zu führen.

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