Brexit beschert Frankfurt Jobsegen der Ratingagenturen

eFC logo
Ratingagenturen

Frankfurt scheint nicht nur im Investment Banking als Gewinner aus dem Brexit hervorzugehen, sondern auch bei den Ratingagenturen. „Wir planen 30 bis 40 Stellen in Kontinentaleuropa zu schaffen“, sagte ein Sprecher der Ratingagentur Fitch. Die Zahl sei allerdings nicht in Marmor gemeisselt. „Das Regulierungsumfeld ist noch nicht final geklärt.“ Bei den Profilen werde es sich hauptsächlich um Analysten handeln.

Das Gros der Stellen wird dem Fitch-Sprecher zufolge nach Frankfurt gehen; der Rest an die übrigen Standorte der Ratingagentur in Barcelona, Madrid, Mailand, Paris, Stockholm und Warschau. Derzeit beschäftig Fitch in Frankfurt knapp 50 Mitarbeiter. Der Europasitz des Unternehmens befindet sich unterdessen in London, wo Fitch rund 500 Mitarbeiter zählt. Noch sei unklar, ob Mitarbeiter umziehen oder neue in Frankfurt und anderswo angeheuert würden.

Auch Moody’s bereitet sich auf die Stärkung seines Frankfurter Standortes vor. Laut einem Insider plane die Ratingagentur einen Personalaufbau am Main. „Genaue Zahlen liegen allerdings noch nicht vor“, sagte der Insider. Der Aufbau solle aber nicht zu Lasten von London gehen. Vielmehr plane Moody’s neue Stellen zu schaffen. „Die suchen die gleichen Profile wie alle anderen auch – nämlich aus dem Bereich Regulierung und Risikomanagement“, ergänzte der Insider. Dem Unternehmen sei klar, dass es sich bei der Rekrutierung nicht allzu viel Zeit lassen dürfe, da der Frankfurter Arbeitsmarkt für derartige Profile bereits leergefegt sei und die Besetzung dieser Stellen im Zuge des Brexits nur noch schwieriger werde. „Sie wissen, dass es eng wird“, ergänzt der Insider. Moody's wollte sich bislang hierzu nicht äussern. Derzeit sind aber allein in Frankfurt 10 Stellen ausgeschrieben.

Auch Standard & Poor’s liess eine Anfrage unbeantwortet. Allerdings befinden sich alle Ratingagenturen unter Druck der Europäischen Wertpapieraufsicht ESMA in Paris, den Regulierungsaufgaben innerhalb der Rest-EU nachzukommen. Da Standard & Poor’s und Moody’s grösser sind als Fitch, dürfte hier der Stellenaufbau eher grösser ausfallen. Frankfurt steht also ein neuer Stellensegen bevor.

Ähnliche Artikel

Close