Fake, aber dennoch ein Körnchen Wahrheit? Virales Hitvideo zeigt einen Zoom-Call in der Finanzwelt

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Fake, aber dennoch ein Körnchen Wahrheit? Virales Hitvideo zeigt einen Zoom-Call in der Finanzwelt

Wer es noch nicht gesehen hat, dem wird es noch begegnen. Und beim Anschauen wird man sehr wahrscheinlich entsetzt darüber sein, wie das harmlos scheinende Zoom-Meeting endet, in dem Finanz-Profis im Home Office sitzen und über Verbraucherausgaben während des Lockdowns sprechen.

Falls man sich beim Anschauen fragt, wer eigentlich „Daniel“ ist, so sei einem gesagt: Das Video ist Fake. Bei dem viralen Hit-Video, das letzte Woche per Twitter veröffentlicht wurde und von verschiedenen Finanzmedien weiter verbreitet wurde, handelt es sich um einen Werbecoup einer bekannten „Männer-Website“. Es sind keine echten Banker und der Call hat nicht wirklich stattgefunden. Daniel ist kein Banker, sondern Schauspieler – ebenso seine „Kollegen“. Das Ganze ist ein cleverer Stunt.

Und doch kann das Video all jenen, die aktuell virtuell arbeiten, vor Augen führen, dass bei Zoom die Kameras immer laufen und man ständig unter Beobachtung steht. Dies sollten sich insbesondere alle zu Herzen nehmen, die in zwei Wochen ihre Praktika bei Bank of America anfangen, oder im Juli bei Goldman, Citi und JPMorgan virtuell eingearbeitet werden. Auch vermeintlich harmlose Gesten – etwa die Arme zu verschränken, während ein Managing Director spricht, zu gähnen oder sich an die Nase zu fassen, wenn ein anderer Praktikant etwas präsentiert, oder auch andauerndes Herumkippeln, sich ins Gesicht zu fassen oder die Haare zu raufen – können von allen gesehen werden. Man mag zwar in den eigenen vier Wänden sein, ist aber dennoch sichtbar im virtuellen Büro.

Allem Anschein nach fährt man während einem Zoom-Call am besten damit, aufrecht zu sitzen, direkt in die Kamera zu schauen und aufmerksam teilzunehmen. Am besten gelingt dies, wenn man alles beseitigt, was ablenken könnte.

„Es darf Sie nichts ablenken“, rät Wall-Street-Karrierecoach Roy Cohen. „Wenn wir abgelenkt sind, können wir uns nicht konzentrieren auf das, was besprochen wird, und entsprechend auch nicht unseren Beitrag leisten.“ Es ist laut Cohen essentiell, die ganze Konzentration auf die aktuelle Diskussion zu richten. „Es kann passieren, dass man genau dann angesprochen wird, wenn man am wenigsten damit rechnet.“

Neue Praktikanten sollten aus diesem Grund ihre Handys weglegen und wirklich präsent sein. Wenn man – warum auf immer – auf sein Handy schaut, wird das mitgeschnitten. Wenn man sich nicht auf das Praktikum konzentriert, sondern im Netz surft oder Mails checkt, wird auch das mitgeschnitten.

Im realen Leben gibt es keine „Daniels“ – zumindest steht das zu hoffen. Das bedeutet jedoch nicht, dass weniger groteske Verstösse unbemerkt bleiben. „Als Praktikant wird man auf Schritt und Tritt beobachtet“, so Cohen. „Alles, was man tut, kann einem ein Job-Angebot einbringen – und gerade auf dem aktuellen Arbeitsmarkt, sollte man hier wirklich aufpassen, wie man sich verhält.“

Anstatt sich während Online-Präsentationen ablenken zu lassen, rät Cohen dazu, alles intensiv mitzuverfolgen und im Anschluss Fragen zu stellen. „Man muss sich selbst einen Anreiz schaffen, zuzuhören“, empfiehlt er. „Stellen Sie eine relevante Frage – so machen Sie auf sich aufmerksam und bleiben in Erinnerung als jemand, der einen guten Punkt angesprochen hat.“

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