Deutsche Bank bittet ihre Top-Manager, Gehaltsverzicht per Mail zu bestätigen

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Deutsche Bank bittet ihre Top-Manager, Gehaltsverzicht per Mail zu bestätigen

Die Deutsche Bank versucht rund 200 Managing Directors (MDs) dazu zu bewegen, auf freiwilliger Basis auf ein Monatsgehalt zu verzichten – und die Gerüchteküche brodelt.

Den Plan für einen Gehaltsverzicht hatte CEO Christian Sewing letzten Donnerstag in einer Telefonschalte vorgestellt – er versuchte nach Kräften, seinen Top-Managern die Idee schmackhaft zu machen, sprach von einer „Initiative“, die den „unternehmerischen Geist und die Disziplin“ der Deutschen Bank wiederspiegele. Insidern zufolge erhielten die MDs gestern eine E-Mail, in der sie gefragt werden, ob sie sich der Initiative anschliessen und – sofern dies der Fall ist – gebeten werden, ein entsprechendes Formular auszufüllen.

Die Deutsche Bank will sich zu den Plänen nicht äussern, aber Anzeichen deuten darauf hin, dass viele derjenigen, die „auf freiwilliger Basis mitmachen sollen“ darüber nicht glücklich sind. Einige Insider munkeln, dass die Initiative sogar zunächst ausgesetzt werden könnte.

Top-Banker der Deutschen Bank in den USA sollen besonders verärgert über den Vorschlag sein. Denn: Auf ein Monatsgehalt zu verzichten, bedeutet gerade bei der Deutschen Bank in New York ein echtes Opfer: Die Bank zahlt dort kleinere Boni und dafür höhere Grundgehälter – und will so ihre Attraktivität steigern. Ein MD bei der Deutschen Bank in New York hat beispielsweise ein Jahresgehalt von 1,8 Millionen $ und müsste entsprechend auf 150.000 $ brutto verzichten.

Man könnte meinen, dass 150.000 $ bei einem Gehalt von 1,8 Millionen $ quasi aus der Portokasse bezahlt werden können – doch die Mitarbeiter der Deutschen Bank sehen dies anders, und zwar besonders jene, die in einem Trading-Bereich tätig sind, in dem das Jahr sehr gut angelaufen ist. Der Unmut wird dadurch verstärkt, dass die MDs, die jetzt auf ein Monatsgehalt verzichten sollen, genau jene sind, bei denen die Boni zu 100 Prozent für volle fünf Jahre zurückgestellt werden. Wenn man bedenkt, dass die Deutsche-Bank-Aktie zwischen 2015 und 2020 um 72 Prozent eingebrochen ist, liegt auf der Hand, dass Gehälter einen hohen Stellenwert haben.

Ein weiteres Problem: Trader in London und New York haben keinen Bezug zu den Befindlichkeiten im Heimatmarkt – vor Ort in Deutschland wird versucht, die Deutsche Bank zur Hausbank der deutschen Wirtschaft zu machen, und man sieht sich mit den angeschlagenen deutschen Firmen- und Privatkunden in einem Boot.

In seinem jüngsten Gehaltsbericht gibt die Deutsche Bank an, sich bei ihrer Vergütung mit neun Konkurrenten zu messen: Bank of America, BNP Paribas, Barclays, Credit Suisse, Citigroup, SocGen, JPMorgan, HSBC und UBS. Keines dieser Unternehmen hat ein vergleichbares Programm ins Leben gerufen – bei Citigroup schenkte man den Mitarbeitern stattdessen einen extra Urlaubstag letzten Freitag. „Was man durch das Programm einspart, wird durch die Demoralisierung und die damit verbundenen negativen Folgen mehr als zunichte gemacht“, so ein Deutsche-Bank-Insider.

Zeitgleich hat die Deutsche Bank ihre Mitarbeiter eingeladen, gebrandete Deutsche-Bank-Schuhe zu erwerben – zum Preis von 80 €. Und bereits letztes Jahr war ihnen ein Kauf nahegelegt worden: Die Unternehmenschronik für 20 $.

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