Interview mit PwC Partner Moritz Wewer: Die Chance, Teil der digitalen Transformation zu sein

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Interview mit PwC Partner Moritz Wewer: Die Chance, Teil der digitalen Transformation zu sein

Moritz Wewer stieg vor 17 Jahren bei PwC ein und treibt heute als Partner das Thema SAP S/4HANA im Finanzbereich voran – vom Vertrieb über die Projektdurchführung bis hin zur Entwicklung neuer Technologien. Im Gespräch erklärt er, was es mit SAP S/4HANA auf sich hat, wie PwC seine Kunden beim Umstieg auf die neue Technologie begleitet und warum der Bereich gerade für Absolventen und Berufsanfänger spannend ist.

Was verbirgt sich hinter SAP S/4HANA und warum beschäftigt die Technologie aktuell so viele Unternehmen?

Man könnte sagen, dass SAP Unternehmen mit S/4HANA den Sprung in die „Apple-Welt“ im Bereich der ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) ermöglicht. Als Konsumenten sind wir in dieser Welt ja schon seit vielen Jahren unterwegs – in Unternehmen sieht das allerdings nicht durchgängig so aus. Wer sich mit ERP-Systemen beschäftigt, weiss, dass frühere Versionen noch nicht wirklich im Zeitalter der Digitalisierung angekommen sind. Die Antwort hierauf ist SAP S/4HANA. Die Software legt das Fundament für die Digitalisierung, denn sie erfasst sämtliche geschäftsrelevanten Transaktionen und bietet eine Plattform für die Anwendung von künstlicher Intelligenz und Machine Learning.

Warum sollten Unternehmen auf S/4HANA umstellen und wo liegt der Unterschied zu Vorgängerversionen?

Unternehmen profitieren von der neuen Technologie in vielerlei Hinsicht: Mit SAP S/4HANA können beispielsweise Preisgrenzen besser kalkuliert, Investitionsentscheidungen leichter getroffen und Produktportfolios einfacher gesteuert werden. Ganz generell gilt: SAP S/4HANA ermöglicht eine bessere Unternehmenssteuerung und steigert die Effizienz der Arbeitsabläufe.
Im Vergleich zu Vorgängerversionen sind zwei zentrale Vorteile zu nennen. Erstens ist alles sehr viel nutzerfreundlicher. Das Reporting wird viel einfacher zugänglich, kann vom User selbstgestaltet werden, ohne dass dieser von der IT-Abteilung abhängig ist. Zweitens können unter SAP S/4HANA Massendaten gleichzeitig verarbeitet werden. Das System bietet eine technische Architektur, unter der in Echtzeit auf alle Daten zugegriffen werden kann.

Welche Unternehmen sollten sich mit SAP S/4HANA näher befassen?

Letztendlich betrifft die Systemaktualisierung alle Unternehmen, die SAP im Einsatz haben, denn: Die bisherige Technologie wird irgendwann nicht mehr fortgeführt werden. Wer aktuell mit SAP arbeitet – und das sind schätzungsweise 95 Prozent aller Unternehmen in Deutschland – muss sich in den nächsten drei bis sechs Jahren dem Thema widmen.

Welche Rolle spielt PwC bei der Einführung von SAP S/4HANA?

Wenn ein Unternehmen sich dazu entschliesst, SAP S/4HANA einzuführen, steht eine enorme Umstellung an, die sämtliche Unternehmensbereiche betrifft. Je nach Unternehmensgrösse kann die Implementierung zwischen eineinhalb und vier Jahren dauern.

Als Beratungsgesellschaft begleiten wir Unternehmen bei der gesamten Umstellung auf die neue Technologie. Zu Beginn diskutieren wir gemeinsam mit dem Kunden, welchen Mehrwert die Umrüstung dem Unternehmen bringen kann und entwickeln gemeinsam ein Strategiekonzept. Anschliessend begleiten wir den kompletten Projektzyklus und unterstützen Unternehmen dabei, die Technologie erfolgreich einzuführen. Dabei verstehen wir uns als Vermittler, die Fachkenntnisse aus dem Business und den dort stattfindenden Geschäftsprozessen mit IT Know-how zusammenbringen.

Eine Aufgabe, die mit Sicherheit sehr vielschichtig und abwechslungsreich ist…

…ganz genau. Ich selbst bin seit 17 Jahren bei PwC und kann sagen: Ich habe mich hier noch keinen einzigen Tag gelangweilt. Besonders gut gefällt mir, dass wir wirklich am Puls der Zeit arbeiten: Wir unterstützen Unternehmen beim Übergang in die Digitalisierung, begleiten eine wirklich bahnbrechende Entwicklung und sind Teil einer grossen Transformation. Hier hautnah dabei zu sein, selbst mitgestalten zu können – das ist schon etwas Besonderes.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag denn konkret aus?

Üblicherweise sind unsere Projektteams drei bis vier Tage pro Woche vor Ort beim Kunden. Die Teams sind unterschiedlich gross – zwischen 10 und 60 Leuten – und bewusst heterogen besetzt, von sehr erfahrenen bis zu ganz jungen Kolleginnen und Kollegen. Wir haben Spezialisten aus unterschiedlichsten Bereichen mit dabei, von Strategie, Controlling & Accounting, über Technik bis hin zu Change Management. Und für diese Teams suchen wir Verstärkung.

Was müssen Hochschulabsolventen mitbringen, um im Business Process Consulting bei PwC einzusteigen?

Wir suchen Betriebswirte mit ausgeprägtem technischen Interesse. Umgekehrt suchen wir aber auch (Wirtschafts-)Informatiker mit grossem betriebswirtschaftlichen Interesse. Denn in unserem Team geht es darum, zwei Welten miteinander zu verbinden – Business und Technologie. Für einige Positionen suchen wir aber auch reine Betriebswirte oder reine Techniker – etwa für unser Entwicklerteam in Frankfurt am Main.

Sollten Bewerber Erfahrung mit SAP mitbringen?

Erste Erfahrung mit SAP ist ein Vorteil, aber keine Voraussetzung. Wir bieten neuen Kolleginnen und Kollegen zwei Einstiegswege: über das Traineeprogramm oder den Direkteinstieg. Wer noch nicht mit SAP gearbeitet hat, startet mit drei bis sechs Monaten Vorbereitung, wird fachlich intensiv geschult, erhält eine SAP Zertifizierung und wird fit gemacht für den Einsatz beim Kunden. Es ist also kein klassisches Traineeprogramm, das zwei Jahre dauert und in dem man alle Unternehmensbereiche durchläuft, sondern eine komprimierte Schulungsphase, in der man sich fachlich auf den Bereich seiner Wahl spezialisiert. Unser Traineeprogramm bieten wir mit den Schwerpunkten Industries, Public Sector und Financial Services an. In den Bereichen Industries und Public Sector kann jeweils noch ein Schwerpunkt auf Logistik oder Finance gelegt werden. Nach Abschluss des Traineeprogramms geht es dann direkt zum Kunden.

Starten Neueinsteiger dann erst einmal in kleineren Teams?

Nein, die Erfahrung zeigt, dass gerade junge Kollegen von der Arbeit in Grossprojekten profitieren: Hier sind die Teams gross und breit aufgestellt, es ist immer ein Partner dabei und es gibt eine Fülle an Kollegen, von denen man lernen kann.

Was sollten Bewerber ausser der fachlichen Qualifikation mitbringen?

Freude am Umgang mit Menschen. Beratung hat immer mit Veränderung zu tun – und eben diese Veränderung steht und fällt mit den Menschen. Man muss Menschen also mitnehmen und für Veränderungen begeistern können. In unserem Metier zählt nicht allein der Intellekt, sondern auch emotionale Intelligenz.

Auch andere Beratungsgesellschaften sind rund um SAP S/4HANA aktiv. Warum sollten sich Bewerber für PwC entscheiden?

Wir bieten das breiteste Spektrum, weil wir das Thema von der Strategieberatung bis zur Implementierung betreuen und damit an der Schnittstelle zwischen IT und Business agieren. Ausserdem bieten wir beste Entwicklungsmöglichkeiten und ein gutes Betriebsklima. Wir haben, wie ich finde, den meisten Spass an der Arbeit. Sowohl Mitarbeiter als auch Kunden sagen immer wieder, dass das Miteinander viel Freude macht.

Auch du willst Unternehmen, Finanzdienstleister oder den öffentlichen Sektor bei ihrer digitalen Transformation beraten? Bewirb dich jetzt bei PwC.

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