Kürzungen im Bereich M&A: Folgt Credit Suisse dem Beispiel der Deutschen Bank?

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Kürzungen im Bereich M&A: Folgt Credit Suisse dem Beispiel der Deutschen Bank?

Investmentbanker bei Credit Suisse müssen sich 2019 auf niedrigere Boni einstellen – und zwar unabhängig davon, was sie im letzten Quartal diesen Jahres noch leisten. Wie ein Schreckgespenst dürfte dem einen oder anderen dabei das Beispiel der Deutschen Bank erscheinen. Schliesslich erwies sich die im Juli gefallene Entscheidung der Deutschen Bank, ihr Aktiengeschäft zurückzufahren, als merkwürdig vorausschauend – gut möglich also, dass man mit der zuvor getroffene Entscheidung, sich teilweise aus dem M&A-Geschäft zurückzuziehen, ebenfalls die Zeichen der Zeit früh erkannt hatte.

Zur Erinnerung: Die Kürzungen im Bereich M&A waren eine der ersten strategischen Entscheidungen von CEO Christian Sewing nach seinem Amtsantritt im April 2018. Sewing kündigte an, im Investmentbanking der Deutschen Bank Positionen und Teams zu streichen, die nicht direkt Kunden auf dem europäischen Markt unterstützen. Prompt entliess er 300 Investmentbanker in den USA und strich die Teams im Öl- und Gasgeschäft der Deutschen Bank in den USA und Grossbritannien.

Klar ist, dass es keine Anzeichen gibt, dass Credit Suisse ähnliches plant – und dennoch sind bei der Schweizer Bank drastische Massnahmen gefragt: In Investmentbanking und Kapitalmarktgeschäft sind in den ersten neun Monaten diesen Jahres Verluste in Höhe von 100 Millionen Schweizer Franken (CHF) erwirtschaftet worden. Die Einnahmen im Bereich M&A sanken um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (versus Rückgänge von 20 Prozent im ECM- und DCM-Geschäft), was darauf schliessen lässt, dass M&A-Banker bei Kürzungen an vorderster Front stehen dürften.

Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten könnte der Blick von CEO Tidjane Thiam auf eher randständige Bereiche fallen. Daten von Dealogic deuten darauf hin, dass die Schweizer Bank im Honorar-Ranking der M&A-Beratungen ihre Position nicht halten konnte: In den USA verlor Credit Suisse in gleich mehreren Sektoren (Industrials, Consumer and Retail, Real Estate) an Boden. In weiteren Sektoren (Telecoms, FIG, Media and Entertainment) gehört Credit Suisse noch nicht einmal mehr zu den Top-10 – und zwar sowohl im aktuellen Jahr wie 2018.

Auch in Europa ist Credit Suisse bei den Honorarrankings 2019 in den Bereichen Healthcare und Energy sowie für Natural Resources nicht mehr unter den Top-10. Im Bereich Industrials und Real Estate gehört die Bank weder dieses noch letztes Jahr zu den Top-10.

Healthcare M&A Banker bei Credit Suisse dürften sicher sein: Laut Thiam will die Bank 2020 schwerpunktmässig auf Healthcare und Tech setzen. Manch andere Teams könnten jedoch entbehrlich sein, vor allem jene, die sowohl in den USA als auch in UK ausserhalb der Top-10 liegen. Banker in den Bereichen Industrials und Real Estate sollten möglicherweise schon einmal ihre Lebensläufe aktualisieren – just in case.

Näheres könnte auf dem anstehenden Credit Suisse investor day zu erfahren sein. Einstweilen wollte sich die Bank nicht äussern.

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