Das herausfordernde Leben von Senior Bankern, die Nachbarn sind

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Das herausfordernde Leben von Senior Bankern, die Nachbarn sind

Allzu nahe von jemanden zu leben, birgt Risiken. Das mussten jüngst Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam und der ehemalige Wealth Management-Chef Iqbal Khan erfahren.

Nach den erstaunlichen Berichten über den Streit beider in der Villa Thiams, hat die Financial Times die Vorgeschichte der Auseinandersetzung herausgearbeitet. Es ging wohl um eine Renovierung.

Seltsamerweise sind die beiden Herren Nachbarn und nur von einem Zaun getrennt. Das schien eher ein Verhängnis als beabsichtigt gewesen zu sein: Die Familie von Khans Frau hat das Haus schon seit Jahren besessen und Thiam ist zufälligerweise nebenan eingezogen.

Laut der Financial Times leben beide im noblen Zürcher Vorort Herrliberg an der Zürcher Goldküste. Sie können die Häuser der beiden auf dem Foto hier sehen und tatsächlich scheinen sie nahe beieinander zu liegen. Angeblich soll Thiams Anwesen um 2015 mit 10 Mio. Franken zu Buche geschlagen haben; es scheint sich um einen Bungalow aus den 60er Jahren zu handeln. Vermutlich baute auch Khan sein Anwesen um, weil es in die Jahre gekommen war.

Der Financial Times zufolge sollen die Bauarbeiten am Haus von Khans Frau an die zwei Jahre gedauert haben, wobei teilweise sogar an den Wochenenden gearbeitet worden sei. Auch wenn nicht ganz klar ist, wie Khans Anwesen am Ende der Bauarbeiten aussieht, dürfte es jetzt doch schicker aussehen als Thiams Eigenheim. Als Rache pflanzte Thiam einige grosse Bäume.

Ungeachtet was auf der besagten Dinnerparty tatsächlich passierte, scheinen die Spannungen zu Khans Renovierungsarbeiten übergekocht zu sein. Ohnehin dürften die meisten Banker und Finanzprofis auch anderswo keinen grossartigen „Track Record“ als Nachbarn aufweisen.

Das eigentliche Problem scheint zu lauten, dass Führungskräfte oft Geld haben und mit dem Geld oft Bauarbeiten mit all dem dazugehörigen Krach und Einschränkungen einhergeht. So renovieren Hedgefondsmanager in London oft Keller. Hedgefondsmanager Sebastian Eisler hat etwa für einen Aufschrei gesorgt, als er 40 Quadratmeter unter seinem Achtzimmerhaus in Haringey bauen liess, wozu angeblich sogar Lastwagen durch ein örtliches Naturschutzgebiet fuhren. In den USA streitet sich der Hedgefondsmanager Louis Bacon mit seinem Nachbarn Peter Nygard, die nicht mehr beste Freunde werden dürften.

Der Auflauf von so vielen Finanzprofis an einem Ort kann sich also zu einem Problem auswachsen. Allerdings ist es nicht unüblich, dass Kollegen von einem Unternehmen in der Nähe wohnen. South Kensington in London ist beispielsweise voller Managing Directors von BNP Paribas. 2015 hat sich der damalige Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein in Florida ein Apartment für 9,5 Mio. Dollar gekauft und Michael Sherwood, seinerzeit Chef von Goldman Sachs International, kaufte sich darunter ein eigenes Apartment für 10,5 Mio. Dollar.

Wer für das gleiche Unternehmen arbeitet, mag häufig die gleichen Dinge

Khan und Thiam scheinen beide Herrliberg zu mögen. Ob Herrliberg die beiden mag, steht indes auf einem anderen Blatt. Khan kann womöglich aufgrund der Verbindungen seiner Frau so etwas wie einen historischen Anspruch in dem Dorf anmelden. Doch als Thiam 2015 einzog, fürchteten die Leute, den Andrang von Fans und eine Störung der Ruhe. Damals sagten Anwohner, Thiam wäre willkommen, wenn er im örtlichen Volg-Laden einkaufen würde. Vielleicht müssen sich Thiam und Khan jetzt besser mit ihren Nachbarn stellen.

Auch andere Finanzprofis können aus dieser Geschichte etwas lernen. Finden Sie heraus, wo Ihr Chef wohnt und halten Sie sich davon fern. Besonders wenn Sie über Renovierungsarbeiten an Ihrem Haus nachdenken.

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