GASTBEITRAG: Die besten Banker verdienen ihr Geld nicht mit Banking

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GASTBEITRAG: Die besten Banker verdienen ihr Geld nicht mit Banking

Photo by William Daigneault on Unsplash

Wenn sich die Leute die Bezahlung an der Wall Street oder in der City of London anschauen, dann glauben sie meist, dass Banker durch ihre Arbeit reich sind. Das trifft für einige auch zu. Doch nach meiner Erfahrung stammt der Wohlstand der reichsten Banker meist aus anderen Quellen.

Zwar kommen viele Finanzprofis aus reichen Familien, aber auch das stellt nicht den eigentlichen Grund dar. Der wahre Reichtum stammt aus den Investments einer langen Karriere. Die schlauen Banker investieren ihr hart erarbeitetes Geld und die schlauesten erzielen dabei die höchsten Renditen. Meiner Erfahrung nach verbringen Banker viel Zeit damit, ihre eigenen Finanzen zu optimieren.

Bei einigen Banken ist dieser Investmentprozess sogar formalisiert. Bei Goldman Sachs sind die Führungskräfte dafür bekannt, in die Fonds des eigenen Instituts zu investieren.

Doch es geht nicht nur darum, die Investitionsmöglichkeiten des eigenen Arbeitgebers zu nutzen. Ich kenne jemanden bei einer US-Grossbank, der ein riesiges Immobilienvermögen mit dem Hebel von Krediten aufgebaut hat. Sein Portfolio ist so gross, dass er eigentlich nicht mehr arbeiten bräuchte. Doch wieso sollte er sich aufs Altenteil verabschieden?

Damit steht er nicht allein dar. Immobilien in London zu kaufen, war in den vergangenen 20 Jahren stets ein gutes Geschäft. Ein anderer Bekannter hat frühzeitig ins „Food Truck“-Geschäft investiert und besitzt nun viele von ihnen über ganz London verteilt. Er beschäftigt eine beachtliche Zahl von Leuten, viel mehr als er in seinem eigentlichen Job unter sich hat.

Diversifizierung gehört zu den ersten Lektionen in der Portfoliotheorie. Schlaue Banker beachten dies auch bei ihren Einkommensströmen. Schliesslich kann man in der Branche rasch seinen Job und Bonus verlieren.

Neben den klassischen Investitionen in Immobilien und Finanzprodukte kenne ich auch Leute, die exotischere Investitionen getätigt haben. Ein Kollege wollte mich sogar davon überzeugen, „Land für die Toten“ zu kaufen – also in Gräber auf einem Friedhof zu investieren. Zwar lieben Banker Grabsteine, aber natürlich aus einem anderen Grund. Obgleich die Demographie offensichtlich für diesen Ansatz spricht, war dies nicht so ganz meine Sache.

Weiter kenne ich eine ganze Reihe von Leuten, die das Banking verlassen haben, weil sie vom Erfolg ihrer Nebenbeigeschäfte überzeugt waren. So etwas beginnt für gewöhnlich mit einer einfachen Investition und dann bleibt so mancher daran hängen. Den verrücktesten Fall erlebte ich vor ein paar Jahren, als ein Kollege ein Bordel in Thailand eröffnete – kein Witz! Er versicherte allen gegenüber, dass es dabei allein ums Geschäft gehe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er irgendwann einmal ins Banking zurückkehrt. Niemand hat jemals wieder etwas von ihm gehört.

Manchmal sind die Leute erfolgreich. So kenne ich einen anderen Banker, der seiner Frau beim Aufbau eines Haustiergeschäfts geholfen hat. Das entwickelte sich derart erfolgreich, dass er nach ein paar Monaten seinen Job aufgab und in ihr Geschäft einstieg. Und dann gibt es noch den ehemaligen Goldmann, der heute massgeschneiderte Kondome vertreibt.

Bei Amit Itelmon handelt es sich um das Pseudonym eines Executive Directors einer Bank in London.

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