Eiszeit: Wo die Deutsche Bank trotz Einstellungsstopp noch anheuert

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Eiszeit: Wo die Deutsche Bank trotz Einstellungsstopp noch anheuert

Photo by Miguel Mansilla on Unsplash

Die Chancen, einen Job bei der Deutschen Bank zu finden, schwinden zusehends. Laut einer internen Mitteilung muss jede Neueinstellung fortan von Finanzchef James von Moltke und Personalchef Karl von Rohr abgesegnet werden. Dennoch wird weiter eingestellt.

„Wichtig ist, dass wir auch weiterhin Mitarbeiter einstellen, aber dies noch selektiver als bisher. Nur so können wir unserer strategischen Ziele erreichen“, schrieb Karen Meyer, Chief Global Operating Officer in der Personalabteilung. Ohnehin versucht der Konzern wie viele andere Grossbanken auch, möglichst viele Vakanzen intern zu besetzen. So fehlt beispielsweise immer noch ein Head of Investment Bank DACH.

Die Deutsche Bank will sich künftig teilweise aus dem internationalen Investment Banking in New York und London zurückziehen und das Geschäft mit dem Handel und Vertrieb von Aktien aufgeben. Stattdessen will das Unternehmen das lukrative Global Transaction Banking ausbauen und sich wieder verstärkt auf den Heimatmarkt besinnen. Dabei will die Bank bis 2022 ihre Kosten um 6 Mrd. Euro senken und 18.000 Stellen abbauen. Im Gegenzug will sie aber auch 13 Mrd. Euro in die IT investieren.

Tatsächlich sind auf der Konzernwebsite immer noch 748 Jobs für Berufserfahrene ausgeschrieben, aber nur 106 davon in Deutschland. Wie ernst die Lage ist, zeigt, dass im Corporate & Investment Banking keine einzige Stelle ausgeschrieben ist. Dabei hat die Sparte per Ende Juni allein im Front Office noch gut 17.200 Mitarbeiter beschäftigt.

Generell scheint die Bank nur noch das auszuschreiben, was sie unbedingt besetzen muss, ob sie will oder nicht. Dazu gehören beispielsweise allein zehn Stellen für Risikomanager, von denen neun in Berlin angesiedelt sind, wo sich das Risikomanagement-Center des Konzerns befindet.

Ähnliches gilt für die neun Stellen, die im Chief Operating Office angesiedelt sind, wobei es sich fast durchgängig um Cyber Security-Spezialisten oder Forensic-Analysten handelt.

Selbst im Asset Management, in dem die Deutsche Bank im ersten Halbjahr ihren Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf 185 Mio. Euro steigern konnte, gibt es keinerlei Front Office-Stellen. Zwar sind bei der DWS in Deutschland zehn Jobs ausgeschrieben, allerdings handelt es sich fast durchweg um IT-Stellen.

Selbst im Chief Regulatory Office gibt es nur eine Vakanz. Dabei wurde in diesem Bereich seit der Finanzkrise auf Druck der Regulierungsbehörden drastisch Personal aufgebaut - ein untrügliches Zeichen, wie ernst es um die Deutsche Bank steht.

Mit 62 Jobs sind die weitaus meisten Vakanzen im Privat & Firmenkundengeschäft ausgeschrieben. Doch auch hier handelt es sich neben einigen Beratungsposten in den Filialen fast nur um IT-Stellen.

Selbst beim Nachwuchs spart die Deutsche Bank. Unter den 28 Ausschreibungen für Studenten und Absolventen finden sich neben wenigen Posten für Juristen lediglich Praktikumsplätze.

Der einzige Hinweis, dass die Deutsche Bank in Deutschland wieder angreifen will, nachdem sich die US-Banken in ihrem Heimatmarkt erfolgreich ausgebreitet haben, stellt das Inhouse Consulting dar. So sucht der Konzern mindestens zwei Management Consultants und einen Projekt Manager. In der Ausschreibung dazu heisst es: „Um unsere Wachstumsambitionen in Deutschland zu erfüllen, suchen wir mehrere Consultants, die unseren Bereich Group Management Consulting verstärken.“

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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