„Christian Sewing muss sich die Leute direkt unter Garth Ritchie genau ansehen“

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„Christian Sewing muss sich die Leute direkt unter Garth Ritchie genau ansehen“

Falls Deutsche Bank-Chef Christian Sewing seinen Investmentbanking-Chef Garth Ritchie tatsächlich vor die Tür setzen und die Leitung der Sparte selbst übernehmen sollte, wie es zuletzt in der Financial Times hiess, dann haben die Investmentbanker eine klare Botschaft an ihn: Weg mit den Bürokraten.

„Sewing muss sich die Leute ein, zwei Hierarchiestufen unter Ritchie lange und genau anschauen und schnell lernen, wer wirklich arbeitet und Erträge generiert und wer Zeit (und Geld) an Sommerzielen in Spanien verbringen“, erzählt ein Londoner Mitarbeiter, der lieber anonym bleiben möchte.

„Die Leute, die das Geld hereinbringen, haben die Senior-Manager satt, die uns immer zu Geschäft antreiben und niemals fragen, wie sie uns dabei helfen können“, ergänzt er. „Wir werden von Bürokraten kontrolliert, die in der Vergangenheit Geld für die Bank verdient haben und sich jetzt zurücklehnen und das Vielfache verdienen, während sie mehr Urlaub nehmen, als ihnen zusteht.“

Laut einer anderen Führungskraft mache es tatsächlich Sinn, wenn Sewing die Rolle Ritchies aufgrund des Fehlens eines Nachfolgers vorübergehend selbst übernehme. „Ritchie ist nicht gut und jemand teures einzustellen, würde die Moral weiter senken. Von daher ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn Sewing den Job selbst übernimmt, aber er hat keine Ahnung, wie man Erträge generiert…“

Unterdessen scheinen die New Yorker Mitarbeiter der Deutschen Bank kein Alarmzeichen im Abgang von Geldmachern wie Mark Hantho und John Eydenberg zu Citi sehen. „Unter ihnen gibt es gute Leute, die ihre Jobs übernehmen können und billiger sind“, ergänzt ein Mitarbeiter aus New York.

Derzeit sei die Stimmung in New York angespannt und die Führungskräfte befänden sich ständig in Meetings. „Das Management sagt uns nichts“, klagt ein Deutsche Bank-Insider. „Die Entscheider sitzen mit der HR-Abteilung hinter verschlossenen Türen.“

Laut einem Beschäftigten des New Yorker Aktienhandels, der von der Restrukturierung betroffen sein soll, habe die Bank für sie kein beruhigendes Wort übrig. „Uns wurde kein Wort gesagt. Die Stimmung ändert sich und wird immer pessimistischer.“

„Montag herrschte Verleugnung, Dienstag wurde verhandelt und heute wird es akzeptiert“, meint ein anderer Mitarbeiter der Deutschen Bank. „Wir sind wie eine Gruppe von Leuten im Todestrakt, deren letzte Berufung abgelehnt wurde.“

Weiter gehen Gerüchte um, wonach Powell Fraser, Head of synthetic equity sales, das Unternehmen gestern verlassen habe. Doch nach anderen Gerüchten, wurde kürzlich erst eine wichtige Neueinstellung im US Debt Trading vorgenommen. „Wer weiss wirklich, was vorgeht?“, fragt sich ein Insider. „Sie müssen schon etwas kommunizieren, denn wenn niemand etwas weiss, dann erwarten sie das Schlimmste.“

Unterdessen sind die Sommerpraktikanten bei der Deutschen Bank eingetroffen und die neuen Analysten werden in ein paar Wochen folgen. „Diese jungen Leute laufen durch das Büro und wollen das Geschäft lernen“, erzählt ein Mitarbeiter aus dem Aktiengeschäft. „Auch ihnen erzählt niemand etwas.“

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