Was Sie mitbringen müssen, um bei einer Tier-1, 2-, 3-Investmentbank in Frankfurt unterzukommen

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Was Sie mitbringen müssen, um bei einer Tier-1, 2-, 3-Investmentbank in Frankfurt unterzukommen

Foto: Getty Images

Erstklassiges Studium, beste Praktika und lange Auslandsaufenthalte: Frankfurter Investmentbanken vermitteln gerne den Anschein, bei ihnen komme lediglich die absolute Elite zum Zuge. Doch wie sieht die Wirklichkeit hinter der glitzernden Fassade aus?

Darüber gibt jetzt eine neue Studie der Frankfurter Personalberatung Banking Consult Auskunft, die einen Schwerpunkt auf M&A-Beratung legt. Dazu haben die Analysten von Banking Consult die einschlägigen Anforderungsprofile der Investmentbanken mit den tatsächlichen Qualitäten der dortigen Mitarbeiter verglichen. Insgesamt flossen über 300 Lebensläufe in die Studie ein. Ergebnis: Anforderungsprofil und tatsächliche Qualifikation weisen teils erheblich voneinander ab.

Was Sie für eine Tier 1-Bank in Frankfurt mitbringen müssen

Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit fällt je nach Reputation der Bank recht unterschiedlich aus. International gehören die grossen US-Investmentbanken Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley, Citi und Bank of America zur Oberklasse der Branche. Banking Consult rechnet auch noch Deutsche Bank, UBS, Credit Suisse und Barclays hinzu.

Nach den Analysen von Banking Consult können diese Banken ihr Wunschprofil am ehesten durchsetzen. So bringen 100 Prozent der Analysten (Einsteiger bis drei Jahre) einen Abschluss von einer Tier 1-Universität mit, wozu Banking Consult aus Deutschland die Unis in München, Mannheim, Freiburg und Göttingen, die TU Aachen, Karlsruhe und München sowie die Privatunis WHU und EBS zählt. Ebenfalls besitzen sämtliche Analysten einen Master. Die Zahl der Praktika liegt bei durchschnittlich vier.

Wenn man der Analyse von Banking Consult glauben schenkt, dann ändert sich erstaunlicherweise das Mitarbeiterprofil im Laufe des Karrierefortschritts. Von den Associates (zwei bis sechs Jahre Berufserfahrung) besitzen plötzlich nur noch 41,1 Prozent einen Abschluss von einer Tier 1-Uni und nur noch 73,7 Prozent einen Master. Die Zahl der durchschnittlichen Praktika fällt auf dreieinhalb ab.

Von den Vice Presidents (ab fünf bis sechs Jahren Berufserfahrung) haben 54,6 Prozent einen Abschluss einer der Tier 1-Universitäten. Mehr als die Hälfte können einen Master vorweisen. Da es auf dieser Karrierestufe allerdings noch eine ganze Reihe von Mitarbeitern mit einem Diplom-Abschluss gibt, sind diese Werte nicht unbedingt aussagekräftig.

Was Sie für eine Tier 2-Investmentbank in Deutschland mitbringen müssen

Zu den Tier 2-Banken zählt Banking Consult die einschlägigen europäischen Grossbanken plus Nomura – nicht jedoch die Commerzbank. Dort fallen die tatsächlichen Profile der Analysten schon etwas bescheidener aus. Nur ein Drittel besitzt einen Abschluss einer erstklassigen Uni und nur 83 Prozent können einen Master vorweisen. Auch die Zahl der absolvierten Praktika fällt mit durchschnittlich 3,3 empfindlich geringer als bei den Tier 1-Häusern aus.

Auch hier sinken die Qualitäten im Karrierefortschritt ab. Von den Associates haben plötzlich nur noch 38,5 Prozent ihr Studium bei einer Tier 1-Universität absolviert. Die Zahl der absolvierten Praktika verringert sich auf zweieinhalb. Von den Vice Presidents bringt nur noch ein Drittel ein Studium einer Top-Universität mit. Die durchschnittliche Zahl der Praktika erhöht sich indes wieder auf 2,9.

Was Sie für eine Tier 3-Investmentbank in Deutschland mitbringen müssen

Im Tabellenkeller des deutschen Investmentbankings befinden sich laut Banking Consult Commerzbank, DZ Bank, die Landesbanken, IKB, Berenberg, Metzler, Warburg und Lampe. Dennoch bringen hier vier von fünf Analysten einen Abschluss einer Top-Uni und einen Master mit. Durchschnittlich wurden vier Praktika absolviert.

Auch bei den Tier 3-Banken purzeln die Qualifikationen im Karriereverlauf. Zwar besitzen sämtliche Associates einen Master-Abschluss, aber nur 64,7 Prozent haben an einer Spitzen-Uni studiert. Die durchschnittliche Zahl der Praktika sinkt indes auf 2,6.

Von den Vice Presidents bringen immerhin noch zwei Drittel einen Diplom-Abschluss mit, weshalb die Klassifizierung nach Master und Bachelor wenig aussagekräftig ist. Immerhin sechs von zehn Vice Presidents haben an einer Tier 1-Uni studiert. Die durchschnittliche Zahl der Praktika belief sich demnach auf 2,9.

Fazit

Nicht wirklich verwunderlich ist, dass die Qualität der Profile von Tier 1- zu Tier 3-Banken leicht abfällt. Während Goldman, JP Morgan usf. ihre hohen Anforderungen am Markt weitgehend durchsetzen können, müssen die Banken aus der zweiten und dritten Liga Abstriche hinnehmen.

Dennoch fällt auf, dass durchweg die meisten Analysten, Associates und Vice Presidents an Top-Unis studiert und drei bis vier Praktika absolviert haben. Wer ins Investmentbanking will, sollte also die richtige Uni ausgewählt und mindestens drei Praktika absolviert haben.

Das erstaunlichste Ergebnis der Studie stellt indes der Abstieg der Qualifikation im Karriereverlauf dar.  Offensichtlich springen ausgerechnet die besten Analysten und Associates ab und wechseln zu Private Equity, Corporate M&A oder Start-Ups. Je länger Investmentbanker in der Branche durchhalten desto schwächer wird also die Konkurrenz.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

 

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