Nach 2,4 Mrd. Euro Verlust muss NordLB weitere 1000 Stellen abbauen

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Beim Abbau der geplanten 1250 Stellen kommt die strauchelnde NordLB gut voran. Mit einem Abbau von 823 Stellen seien 66 Prozent des Ziels bereits erreicht, heisst es von der Bank. Doch damit ist noch längst nicht Schluss. Laut dem niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) soll der Abbau um 1000 Stellen bis 2024 erweitert werden. Ein Teil davon dürfte auf das kriselnde Geschäft mit Schiffskrediten entfallen, aus dem sich die Landesbank vollständig zurückziehen wird. Auch das Geschäft mit Flugzeugfinanzierungen werde verkleinert. Anschliessend werde die Bank voraussichtlich noch rund 3200 Mitarbeiter (auf Vollzeitbasis) beschäftigen.

Laut einem Unternehmenssprecher handle es sich bei dieser Zahl nur um eine grobe Hausnummer", die sich aus einer Verringerung der Bilanzsumme auf 95 Mrd. Euro errechne. Die konkreten Pläne müssten erst noch ausgearbeitet werden. In der Schiffsfinanzierung seien derzeit noch inklusive der Marktfolge rund 200 Mitarbeiter beschäftigt.

Durch eine zusätzliche Risikovorsorge von knapp 1,9 Mrd. Euro in der Schiffsfinanzierung schliesst die NordLB das Jahr 2018 mit einem Verlust von fast 2,4 Mrd. Euro ab. 2017 hatte das Unternehmen noch einen Vorsteuergewinn von 195 Mio. Euro erzielt. Das Schiffsportfolio konnte die Bank um 39 Prozent auf 10,3 Mrd. Euro reduzieren. Überdies soll ein Portfolio von 2,6 Mrd. Euro an einen Finanzinvestor übertragen werden.

Unterdessen haben sich die Anteilseigner der NordLB auf eine Geldspritze von gut 2,8 Mrd. Euro geeinigt, wovon 1,5 Mrd. Euro auf das Land Niedersachsen, 200 Mio. auf Sachsen-Anhalt und gut 1,1 Mrd. Euro auf die Sparkassen entfallen. Da Niedersachsen „zusätzliche kapitalentlastende Massnahmen in Höhe von 800 Mio.“ durchführt, summiert sich die Kapitalspritze insgesamt auf etwa 3,6 Mrd. Euro.

Abgesehen von der Schiffsfinanzierung schreiben sämtliche Geschäftsbereiche schwarze Zahlen. So verdiente die NordLB im Firmenkundengeschäft vor Steuern von 182 Mio. Euro, mit Gewerbeimmobilien 142, mit Energie- und Infrastruktur 84, mit Flugzeugen 77 und mit Markets 54 Mio. Euro.

„Der hohe Jahresverlust für 2018 ist schmerzhaft“, sagte NordLB-Chef Thomas Bürkle. „Aber die Befreiung von Altlasten aus der Schiffsfinanzierung ermöglicht uns einen Neustart.“

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