Was Sie schon immer über die Boni der UBS wissen wollten.

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UBS salaries and bonuses

Foto: Getty Images

Der Bonuspool der UBS für 2018 fällt mit gut 3,046 Mrd. US-Dollar nur 1 Prozent geringer als im Vorjahr aus. Von dem Geldsegen entfallen 2,461 Mrd. auf Cashboni und 585 Mio. Dollar auf aufgeschobene variable Vergütungen. Hinzu kommen noch 3,266 Mrd. Dollar, die die Financial Advisors vor allem in den USA kassieren und die kein eigentlicher Bestandteil des Bonuspools sind.

Wie hoch die Boni für die Risikoträger für 2018 bei der UBS ausfallen

Die UBS identifiziert 675 „Schlüsselrisikoträger“ (Key Risk Taker). Zu ihnen gehören neben den Group Managing Directors sämtliche Mitarbeiter mit einer Vergütung von mehr als 2,5 Mio. Dollar. Durchschnittlich strich jeder dieser Spitzenverdiener für 2018 rund 1,85 Mio. Dollar ein. 2017 waren es indes noch 1,88 Mio. Dollar gewesen.

Von der Summe entfielen knapp 618.000 Dollar auf die Festgehälter und etwa 1,23 Mio. Dollar auf  Boni. 41 Prozent des Bonuspools der Schlüsselrisikoträger der UBS für 2018 in Höhe von 833 Mio. Dollar bestanden aus Cashboni, 37 Prozent aus einem Aktienbeteteiligungsprogramm (Equity Ownership Plan) und 22 Prozent aus dem Deferred Contingent Capital Plan. Bis 300.000 Dollar werden übrigens 

Die durchschnittliche Gesamtvergütung der „Schlüsselrisikoträger“ der Bank scheint  mit 1,85 Mio. Dollar im Vergleich zu anderen Banken auf den ersten Blick hoch auszufallen. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die EU-Banken sogenannte „Materielle Risikoträger“ (Material Risk Taker) ausweisen. Die Pointe dabei: Ihre Zahl fällt deutlich höher als die Zahl der „Schlüsselrisikoträger“ aus. Während die UBS weltweit 645 diese „Schlüsselrisikoträger“ beschäftigt, sind allein in den EU-Ländern 754 „Materielle Risikoträger“ beschäftigt. Der Unterschied liegt dabei auf der Hand. Während die EU sämtliche Mitarbeiter mit einer Vergütung  von über 1 Mio. Euro zu „Materiellen Risikoträgern“ zählt, verdienen die „Schlüsselrisikoträger“ 2,5 Mio. Dollar und mehr.

Welche Boni die „normalen“ Beschäftigten für 2018 erhalten

Bei der breiten Masse fallen die Zahlen hingegen ein wenig bescheidener aus. Rein rechnerisch erhalten bei der UBS fast 52.000 Mitarbeiter für 2018 einen Bonus von durchschnittlich knapp 59.000 Dollar und damit fast 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Denn obgleich der Bonuspool nur leicht gesunken ist, gab es 2018 über 6000 Bonusempfänger mehr als 2017. Mehr Leute bekommen also weniger Geld. Ohnehin dürften die tatsächlichen Werte deutlich bescheidener ausfallen. Denn 27 Prozent des gesamten Bonuspools der UBS für 2018 ist für die 645 „Schlüsselrisikoträger“ der Bank reserviert.

Wer bei der UBS mehr als 300.000 Dollar verdient

Bis zu einer Gesamtvergütung von 300.000 Dollar werden übrigens sämtliche Boni in bar ausgezahlt. Darüber hinaus werden Teile der variablen Vergütung auf drei Jahre mit den Auszahlungsterminen 2019, 2020 und 2021 verteilt. Nur etwa 4130 Mitarbeiter der UBS verdienten 2018 mehr als 300.000 Dollar.

Wieso Investmentbanker für ihre Boni weniger Gewinn generieren müssen als andere Mitarbeiter

Erstaunlich ist eine Neuerung, die die UBS jetzt für ihr Aktienbeteiligungsprogramm (EOP) einführt. Künftig müssen die davon betroffenen Mitarbeiter eine bestimmte Eigenkapitalrendite erzielen, um ihre vollen Bonusansprüche zu erhalten. Werden diese über mehrere Jahre verfehlt, drohen Kürzungen. So weit, so gut. Doch die erwartete Rendite fällt in den einzelnen Geschäftsbereichen höchst unterschiedlich aus. So wird von den Investmentbankern eine adjustierte Eigenkapitalrendite von über 8 Prozent verlangt, im Filialgeschäft und im Corporate Center sind dies 12 Prozent, im Global Wealth Management 19 Prozent und im Asset Management sogar 20 Prozent. Damit belohnt die UBS kapitalintensivere und damit riskantere Geschäfte.

Was UBS-Chef Sergio Ermotti für 2018 kassiert

UBS-Chef Sergio Ermotti streicht für das abgelaufene Jahr insgesamt gut 14,1 Mio. Dollar ein, was marginal weniger als 2017 war. Von der Summe entfielen gut 2,8 Mio. auf sein Gehalt und 11,3 Mio. auf Boni. Damit kassiert der Tessiner 100.000 Dollar weniger Boni als im Vorjahr.

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