Gehaltsstudie: Was in M&A und Private Equity in Frankfurt gezahlt wird

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Gehaltsstudie: Was in M&A und Private Equity in Frankfurt gezahlt wird

Foto: Getty Images

Die Zeiten, als London das gelobte Land der Investmentbanker war, scheinen dem Ende zuzugehen. Laut einer umfangreichen Analyse von Banking Consult in Frankfurt kletterte das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines M&A-Einsteigers in London zwischen 2013 und 2018 von 40.000 auf 45.000 Pfund; in Frankfurt indes von 45.000 auf 60.000 Euro. Da in der gleichen Zeit das Pfund eingebrochen ist, verdienen junge Investmentbanker am Main mittlerweile mehr als an der Themse. Umgerechnet legten die Londoner Gehälter nur von 48.200 auf 50.000 Euro zu. Während die Gehälter in Deutschland also um ein Drittel stiegen, waren es in London nur 4 Prozent.

Dabei ist freilich zu beachten, dass hier noch keine Boni enthalten sind und die Gehaltsspannen zwischen einer erstrangigen Investmentbank wie Goldman Sachs und einer namenlosen Boutique beträchtlich ausfallen. Für die Gehaltsstudie hat der promovierte Wirtschaftswissenschaftler Thore Behrens die Datenbank von Banking Consult ausgewertet.

Auf anderen Karrierestufen fallen die Unterschiede indes weniger gravierend aus. So beziffert Behrens das Durchschnittsgehalt eines Vice Presidents in London auf aktuell 100.000 Pfund und in Frankfurt auf 110.000 Euro. Angesichts des gegenwärtigen Umrechnungskurses liegen die Gehälter hier also auf dem gleichen Niveau. Da der Brexit weiter an der Stärke des Pfundes nagen dürfte, wird der Trend wohl anhalten. Doch auch innerhalb Deutschlands fallen die M&A-Gehälter bei Investmentbanken, Boutiquen, Private Equity und Corporates recht unterschiedlich aus.

Was Investmentbanken in M&A 2019 zahlen

Aktuell beziffert Behrens die Festgehälter bei M&A-Einsteigern bei Investmentbanken auf 42.000 bis 65.000 Euro. Wenn man den Bonus von 4000 bis 20.000 Euro hinzurechnet, steigt die Spreizung sogar auf 46.000 bis 85.000 Euro. Die Unterschiede zwischen Tier 1-Banken (Goldman Sachs, JP Morgan), Tier 2-Banken (UBS) und Tier 3-Banken (Commerzbank) fallen mithin beträchtlich aus. Bei einem Vice President steigt die Gesamtvergütungsspanne (Gehälter plus Boni) sogar auf 145.000 bis 295.000 Euro. Freilich dürfte bei den meisten Betroffenen die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen.

Was M&A-Boutiquen 2019 zahlen

Auch bei den M&A-Boutiquen fällt die Spreizung gewaltig aus. Neben unbekannten kleinen Häusern zählt Behrens hierzu auch so renommierte und grosse Teams wie Rothschild. Bei Boutiquen variieren die Gesamtvergütungen bei Analysten im ersten Jahr zwischen 50.000 und 80.000 Euro, womit sie sich nur wenig von den Investmentbanken unterscheiden. Bei einem Vice President liegt die Spanne bei 115.000 bis 200.000 Euro.

Was in Private Equity 2019 gezahlt wird

Für viele junge Investmentbanker stellt die Private Equity-Branche das Absprungziel der ersten Wahl dar. Allerdings registriert Headhunter Behrens hier eine sinkende Nachfrage. „Auf Analysten- und Associate-Level gibt es weniger offene Stellen. Im Vergleich zu 2018 stellt das schon einen Unterschied dar“, beobachtet Behrens. Im Private Equity beziffert Banking Consult die Gehaltsspanne auf 50.000 bis 65.000 Euro bei Analysten und auf 75.000 bis 100.000 Euro bei Associates. Da das grosse Geld jedoch mit dem Carried Interest verdient wird, also der Gewinnbeteiligung nach dem erfolgreichen Abstossen eines Portfoliounternehmens, sind diese Vergütungen kaum mit denen der Investmentbanken und Boutiquen vergleichbar.

Was in Corporate M&A 2019 gezahlt wird

Neben dem Wechsel zu Private Equity stellt die Arbeit in der Corporate M&A-Abteilung eines grossen oder mittleren Unternehmens den zweiten Notausgang aus dem Investmentbanking dar. „Die Corporate M&A-Teams werden immer stärker und die Infrastruktur geht mittlerweile über die kleinen Teams mit drei bis fünf Mitarbeitern hinaus. Dadurch geraten die M&A-Advisory-Unternehmen und Investmentbanken bei den Talenten ebenso unter Druck wie die Big 4“, erzählt Behrens.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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