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Die fünf wichtigsten Punkte aus der neuen McKinsey-Bankenstudie

McKinsey

Die Profitabilität europäischer Banken fällt traurig aus.

Die Strategieberatung McKinsey hat in ihrer neuen Bankenstudie die Profitabilität der Branche untersucht. Die Ergebnisse fallen erwartungsgemäss schwarz aus – aber nicht rabenschwarz. Die Banken hätten beim Abbau von Risiken, der Kapitalausstattung und dem Kostenabbau durchaus einige Hausaufgaben erledigt. Dagegen herrsche bei der Digitalisierung noch Nachholbedarf. Konkret:

1. Die traurige Entwicklung der Profitabilität

Es stellt ein offenes Geheimnis war, dass die Erträge im Banking kaum zulegen. Während von 2010 bis 2014 die Erträge noch global um 5,7 Prozent jährlich wuchsen, waren es in den beiden vergangenen Jahren lediglich 2,7 Prozent. Besonders schlecht sieht es in Westeuropa aus, wo die Erträge lediglich um 1,9 bzw. 1,1 Prozent wuchsen. Noch schlechter waren allerdings die Wachstumsraten 2015 und 2016 mit 0,3 Prozent in Grossbritannien.

Quelle: McKinsey

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2. Profitabilität hängt stärker am Geschäftsmodell als an der Region

Die europäischen Banken können sich bei ihrer bescheidenen Profitabilität nicht einfach mit der Abhängigkeit von ihren Heimatmärkten herausreden, in denen das Geschäft aufgrund der Wirtschaftskrise (Südeuropa) oder des intensiven Wettbewerbs (Deutschland) schwieriger sei als z.B. in den USA. Denn laut der McKinsey-Studie spielt der geografische Faktor bei der Profitabilität eine sinkende Rolle. Während die Profitabilität der Banken noch 2010 zu 74 Prozent von den jeweiligen Hauptmärkten abhing, sind es heute nur noch schmale 39 Prozent. „Der Rest geht auf das Geschäftsmodell und seine Umsetzung, die Strategie und wohlabgestimmte Initiativen und die übrigen Hebel zurück, über die Banken gebieten“, heisst es in der Studie.

3. Nur ein Faktor entwickelt sich in Europa positiv

Die Eigenkapitalrendite kontinentaleuropäischer Banken verminderte sich von 2014 bis 2016 von 4,2 auf 3,7 Prozent. Dabei entwickelten sich fast alle Faktoren negativ: Margen, Kosteneffizienz, Steuern, Bussen und Kapitalkosten. Nur bei einem Kriterium ging es aufwärts, den Risikokosten und das gleich um stolze 2,4 Prozentpunkte. Aufgrund der niedrigen Zinsen gibt es offenbar immer weniger notleidende Kredite.

Quelle: McKinsey

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4. Ohne Digitalisierung droht Profitabilitätsmassaker

Die Digitalisierung und die Fintechs stellen eine Bedrohung für die angestammten Geschäftsmodelle der Banken dar. Daher ist es höchste Zeit, sich der Herausforderung zu stellen. Falls sich die Banken an das neue digitale „Ökosystem“ anpassen, rechnet die Strategieberatung für das Jahr 2025 mit einer Eigenkapitalrendite von 9,3 Prozent. Das ist zwar nicht üppig, aber immer noch besser als heute. Falls die Banken jedoch ihre Digitalisierungs-Hausaufgaben versäumen, dann falle die Eigenkapitalrendite global auf 5,2 Prozent ab. Damit wären die Banken nicht mehr in der Lage, ihre Eigenkapitalkosten zu bestreiten.

Quelle: McKinsey

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5. Profitabilität ist im Asset Management am höchsten

In den zurückliegenden Jahren haben viele Banken in Deutschland versucht, ihr Firmenkundengeschäft auszubauen und der Konkurrenz Marktanteile abzujagen. Dies könnte sich als unkluge Idee herausstellen. Denn laut McKinsey fällt die Profitabilität des Sektors mit einer Eigenkapitalrendite von 6 bis 8 Prozent besonders schlecht aus. Dagegen liegt sie im Kapitalmarktgeschäft und Investment Banking bei 9 bis 10 Prozent. Das richtige Geld wird allerdings im Asset Management verdient, das auf eine Eigenkapitalrendite von 15 bis 18 Prozent kommt. Bei diesen Zahlen handelt es sich allerdings um globale Durchschnittswerte, die nicht mit den lokalen Verhältnissen übereinstimmen müssen. Von einer Eigenkapitalrendite von 10 bis 12 Prozent im Retailbanking dürften z.B. die meisten Institute in Deutschland nur träumen.

Quelle: McKinsey

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