Gute Gehalts- und Einstellungsaussichten für Junior Corporate Broker

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Michael Page London und Woodhamill gehören zu jenen Personalberatern, die derzeit auf der Suche nach Junior Corporate Brokern sind. Thomas Nalder, Berater bei Michael Page, meint, dass die Einstiegsvoraussetzungen in der Branche derzeit erstklassig seien: "In den letzten Jahren haben die Banken nicht genügend Junior Broker ausgebildet und versuchen, das nun auszugleichen: Es gibt jede Menge Möglichkeiten."

Natalya Martchouk, Beraterin bei Woodhamill, glaubt, dass sich der Bedarf an Juniors auf einem Höchststand befindet: "Es gibt keine Nachfragewelle, weil der Bedarf an Corporate Brokern an und für sich nicht so hoch ist. Aber die Nachfrage ist deutlich höher als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in den letzten acht Monaten."

Einige Ursachen für die gestiegene Nachfrage lassen sich leicht ermitteln. Vor wenigen Wochen hat die Citigroup Hoare Govett, einen Broker der niederländischen ABN Amro, abgeworben. Mit ihm sind fünf Senior Broker, aber kein einziger Junior zur Citigroup gewechselt. Bei einem zweiten Abwerbungsversuch beim selben Team sind noch einmal zwei Mitglieder der mittleren Führungsebene zur Citigroup gewechselt, aber die Juniors um Hoare Govett sind standhaft geblieben, angeblich auf Grund von grosszügigen Bonus-Zusagen.

Von der Konkurrenz verlautet, dass die Citigroup dringend begabten Nachwuchs im Bereich Corporate Broking benötige. "Vor sechs Monaten hatte die Citigroup gerade mal einen Analysten, der das gesamte Corporate Broking Team betreut hat", erzählt ein Leiter im Bereich Broking bei einem Konkurrenzunternehmen. "Mittlerweile haben sie immerhin drei, sie brauchen aber immer noch mehr."

Nalder sieht einen generellen Bedarf an Corporate Brokern: Nicht nur die wachsenden US-Banken wie die Citigroup, Merrill Lynch und Morgan Stanley sind auf der Suche nach Nachwuchs-Brokern, meint Nalder.

Die Bezahlung steigt mit dem Bewerberprofil

Corporate Broking ist ein besonders britisches Phänomen. Unternehmen, die an der London Stock Exchange gelistet sind, bauen langfristige Beziehungen zu ihren Corporate Brokern auf, damit ihnen jemand die Launen der Börse und ihrer Aktie erklären kann. In der Folge haben die Corporate Broker sehr gute Beziehungen zur Geschäftsführung des Unternehmens.

In den vergangenen Jahren haben daher US-Banken wie Morgan Stanley und die Citigroup ihre Corporate-Broking-Bereiche ausgebaut, um diese guten Beziehungen zu nutzen. Ihre Hoffnung ist, dass die Unternehmen auf Grund des guten Verhältnisses zum Corporate Broker auf dessen Mutterhaus auch dann zurückgreifen, wenn sie z.B. mit einem Wettbewerber fusionieren oder Aktien ausgeben. Solche Transaktionen sind mit hohen Honoraren verbunden.

Headhunter glauben, dass die Gehälter von Corporate Brokern auf Grund ihrer Bedeutung für die Beziehungen der Bank zur Unternehmensseite höher ausfallen. "In der Vergangenheit haben Corporate Broker 25 bis 35 Prozent weniger als Angestellte im Bereich Corporate Finance verdient", erzählt einer. "Sie wurden als Kostenfaktor betrachtet, der jedoch keine Honorare einbrachte. Sie wurden häufig unterbezahlt, weil sich der Wert ihrer Beziehungen nicht in Geld messen liess."

Seit Morgan Stanley im letzten Jahr ein Team von Merrill Lynch abgeworben hat, sind die Gehälter von Corporate Brokern gestiegen. Es geht das Gerücht, dass Paul Baker, Leiter des Merrill-Lynch-Teams, ein Gehalt von 2 Millionen US-Dollar (1,68 Millionen Euro) für die kommenden zwei Jahre zugesichert worden sei.

Folglich schliesst sich die Gehaltslücke zwischen Corporate Broking, Corporate Finance und den Kapitalmärkten. Headhunter glauben, dass Vice Presidents im Bereich Corporate Broking mittlerweile mit einem Gehalt zwischen 250.000 und 400.000 britischen Pfund (210.000 und 335.000 Euro) rechnen können. Nalder von Michael Page meint, dass Partner ein Gehalt von 55.000 bis 70.000 britische Pfund (46.000 bis 58.700 Euro) plus Bonuszahlungen zwischen 50 und 150 Prozent erwarten könnten.

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