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Lohnt sich eine Bewerbung bei Julius Bär? Oder doch lieber bei Credit Suisse?

Gute Nachrichten von Julius Bär. Anlässlich der Spaltung in eine auf Vermögensberatung spezialisierte Privatbank (Julius Bär) und einen Assetmanager (GAM) hat das Institut angekündigt, künftig pro Jahr 40 bis 50 Kundenberater einstellen zu wollen. Ende Juni beschäftigte das Institut 636.

Mit einem verwalteten Vermögen von 142 Mrd. Franken sieht sich Julius Bär ab sofort als führende reine Private-Banking-Gruppe in der Schweiz.

Analysten zeigten sich von den jüngsten Julius-Bär-Wachstumsplänen dennoch unbeeindruckt. “Die neuen Ziele der Julius Bär Gruppe sehen auf den ersten Blick nicht allzu ambitiös aus”, kritisierte Andreas Venditti, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank.

Headhunter bestätigen dagegen, dass Julius Bär zuletzt als Arbeitgeber an Attraktivität gewonnen hat. “Von dem Moment als die Bank ihre Spaltung bekanntgegeben hat, war die Bank für neue Mitarbeiter interessant”, sagt Philip Jung, Gründer und Inhaber der gleichnamigen Personalberatungsgesellschaft.

Der Bank komme dabei zugute, dass sich die Grossbank UBS von vielen Kundenberatern getrennt habe. “Julius Bär, aber auch andere Privatbanken, wollen das auffangen, was bei der UBS herausgelaufen ist”, hat Jung beobachtet.

Während die UBS weiter dabei ist, sich von Kundenberatern, die die Performance-Ziele nicht erreichen, zu trennen, verdaut der Julius-Bär-Konkurrent Vontobel gerade die Schweizer Privatkundentochter der Frankurter Commerzbank. Da im Zuge der Verschmelzung ebenfalls der eine oder andere “Relationshipper” seinen Posten verlieren wird, fällt Vontobel derzeit ebenfalls als aktiver Rekruter aus.

Vontobel hatte ohnehin frühzeitig auf die Finanzkrise reagiert und Mitarbeiter entlassen. “Wir haben über die letzten 18 Monate acht bis zehn Prozent der Stellen gestrichen. Damit ist der Personalabbau praktisch abgeschlossen”, sagte Vontobel-CEO Herbert Scheid.

Bleibt als großer Arbeitgeber für Private Wealth Manager nur noch die Credit Suisse übrig. Sparten-Vorstand Walter Berchtold will die Zahl der Kundenberater bis 2012 weltweit auf 4.100 von derzeit 3.400 erhöhen.

“Während der Krise konzentrieren wir uns auf die Verbesserung unserer Verkaufsmannschaft”, sagte Berchtold. Das Institut hat sich zwar zuletzt von rund fünf Prozent seiner Berater im Private Wealth Management getrennt, mit den freigewordenen Mitteln sollen die neuen Mitarbeiter von der Konkurrenz angeworben werden.

Drei von vier in der ersten Jahreshälfte eingestellten Banker waren übrigens erfahrene Senior-Banker. Vor einem Jahr lag diese Quote noch bei weniger als 50 Prozent. Das Ergebnis: Die durchschnittlichen Nettoeinnahmen, die der Bank je Berater in den sechs Monaten nach der Neueinstellung zuflossen, haben sich seit 2007 verdreifacht.

Personalberater Jung rät wechselwilligen Vermögensberatern dennoch zur Vorsicht. “Grundsätzlich sollte man froh sein, wenn man einen Job hat”, so Jung. Im jetzigen Umfeld sollten Banker nur dann wechseln, wenn die Strategie der Bank mit der persönlichen Strategie übereinstimmt.

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