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US-Banken: Fokus liegt im PB auf Neugeldakquise

Wer in der Schweiz bei einer US-amerikanischen Bank arbeitet, für den gelten amerikanische Arbeitsbedingungen beim Lohn und den Leistungserwartungen.

In der Schweiz betreiben auch grosse US-Banken das Private Banking. Darunter namhafte Adressen wie Goldman Sachs, Citibank und Merrill Lynch. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede in den Arbeitsbedingungen für die Kundenberater, vergleicht man sie mit denen von schweizerischen und europäischen Privatbanken.

Gian-Reto Schmid von der Zürcher Personalberatung Revival Consulting sieht grosse Unterschiede, die vor allem kulturell bedingt sind. “Wir erleben öfters ein Hire and Fire”, sagt er. Für die US-Banken steht demnach im Vordergrund, wie viel Kundengelder ein Private Banker hereinbringt. “Wenn jemand diese Ziele nicht erreicht, ist er in sechs oder zwölf Monaten wieder draussen”, meint Schmid.

Oftmals gelten Stellengesuche von Banken vorrangig dem indirekten Abwerben von Kundengeldern, berichtet Stefan Bächer von Guggenbühl &Bächer Recruitment. Doch hier tue sich oft weniger als erwartet. “Der Kunde wechselt nicht die Bank, nur weil der Anlageberater mehr verdient”, sagt Bächer.

Höherer Druck von Anfang an

Die Salärmodelle der amerikanischen Privatbanken entsprechen oftmals US-Standards und man bewegt sich insgesamt am oberen Ende der Lohnskala. “Es gibt oft hohe Beteiligungen am Kommissionsertrag”, berichtet Bächer. Doch wie schon Schmid stellt er fest, dass man seinen Hut rasch wieder nehmen muss, wenn die geforderte Leistung nicht erbracht wird. Der Druck ist von Anfang an höher, teils wird das erreichte wöchentlich überprüft. “Eine Schweizer Bank schaut vielleicht ein halbes Jahr länger zu, bis das Portfolio aufgebaut ist”, meint er.

Die Saläre der Kundenberater sind bei den US-Banken stärker von den akquirierten Neugeldern abhängig als bei den Schweizer Pendants. Zwar werden im ersten Jahr laut Schmid vergleichbare Fixgehälter gezahlt, die um die 150.000 Franken liegen. Doch später fallen diese im Vergleich geringer aus und man muss mehr auf den Bonus achten.

Dabei liegt die Vorgabe der Neugeldakquise beispielsweise bei 30 bis 50 Mio. Franken für die ersten zwölf bis 18 Monate. Wird diese Summe erreicht, gibt es im ersten Jahr ein Prozent Bonus auf diese Summe zusätzlich zum Fixum. In den Folgejahren werden – mittlerweile sind es Bestandsgelder – noch 0,3 % Bonus auf die verwalteten Vermögen gezahlt. Mithin gilt es wieder neue Vermögen für die Bank zu gewinnen.

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