MUSKELSPIELE: UBS droht mit Verlagerung ins Ausland

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Ist das nun ein Fall von Erpressung - oder ein Fall von Notwehr. Die Grossbank UBS hat jedenfalls gedroht, ihren Konzernsitz zu verlagern. Für den Fall, dass die Regulierungsbehörden ihren vollmundigen Ankündigungen endlich Taten folgen lassen und "systemrelevante" Institute endlich an die Kette legen.

Während einer Ansprache vor dem Zürcher Business Club am vergangenen Donnerstag sagte UBS-Chef Oswald Grübel, dass "die Grossbanken ihren Sitz aus der Schweiz verlegen würden, wenn sie von den Aufsichtsbehörden gezwungen würden, sich als Holding zu organisieren", berichtet der Sonntag.

Zweck einer solchen Organisation wäre es, die Grossbanken, namentlich die UBS, in Ländergesellschaften aufzuteilen und für die Steuerung eine zentrale Holding zu schaffen. Damit könnte man im Notfall das Schweizer Geschäft allein retten und die ausländischen Tochtergesellschaften Konkurs gehen lassen.

Das war im vergangenen Jahr nicht möglich, als die eidgenössische Regierung 6,8 Mrd. Franken nachschiessen und die Zentralbank 60 Mrd. Franken garantieren musste. Seit der staatlichen Rettung der UBS diskutieren Politik und Wirtschaft über Holdinglösungen für Grossbanken. Ein Verfechter dieser Idee ist SVP-Vizepräsident und Alt-Bundesrat Christoph Blocher.

Der UBS-Chef erinnerte in seiner Rede daran, dass die Grossbanken eine sehr wichtige Funktion für die hiesige Wirtschaft hätten, denn nur sie könnten Grosskredite von mehreren hundert Millionen stemmen. Die UBS wollte Grübels Aussagen nicht weiter kommentieren.

Die Credit Suisse hat inzwischen angekündigt, dass für sie eine Verlegung des Konzernsitzes ins Ausland wegen der verschärften Aufsichtsregeln nicht in Frage kommt. "Auch die Abtrennung der Investmentbank vom Rest des Konzerns steht für die Bank nicht zu Diskussion", sagte ein Banksprecher.

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