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Finanzkrise und Madoff-Betrugsskandal bedrohen Arbeitsplätze bei Privatbanken

Die Finanzkrise haben die meisten eidgenössischen Privatbanken glimpflich überstanden. Doch ihre millionenschweren Engagements bei dem kurz vor Weihnachten aufgeflogenen amerikanischen Trickbetrüger Bernhard Madoff dürfte die Branche Geld und Arbeitsplätze kosten.

Das sagt jedenfalls Konrad Hummler, Teilhaber bei der ältesten Schweizer Privatbank Wegelin und von der Presse wegen seiner provokanten Thesen als “Bankanarchist” titulierter Geldmanager der britischen Zeitschrift Financial News.

Die Madoff-Affäre werde Gebühren und Kommissionen von vielen Schweizer Banken in diesem Jahr untergraben, und letztendlich zu Kosteneinsparungen und Stellenstreichungen führen, so Hummler.

Das betreffe vor allem die Banken, die sich auf Einnahmen aus dem Dachhedgefondsgeschäft und andere hochpreisige Produkte spezialisiert haben. Hummler: “Wohlhabende Kunden sahen die meisten dieser Produkte als eine Art Sozialversicherung mit sehr niedrigem Risiko an.” – “Ein zweites Mal werden die nicht so leichtgläubig sein”, vermutet der Banker.

Zahlreiche eidgenössische Häuser haben wegen Madoff Geld verloren. So hat die in Genf ansässige Union Bancaire Privée eingeräumt, mit 700 Mio. Dollar bei Madoff investiert gewesen zu sein.

Und exklusive Adressen wie Reichmuth & Co,
Banque Benedict Hentsch und Mirabaud mussten ebenfalls Millionenverluste hinnehmen.

Steve Bernard, Geschäftsführer des Geneva Finance Centre, will sich trotzdem von der schlechten Stimmung nicht anstecken lassen. “Bislang liegen die Entlassungen lediglich im zweistelligen, aber nicht dreistelligen Bereich. Was die Arbeitsplätze betrifft ist der Standort nicht so stark betroffen wie London und New York”, sagte er zu Financial News.

Auch der Branchenverband gibt Entwarnung. Der Betrugsskandal habe die 14 Mitgliedsbanken der Swiss Private Bankers Association geschockt, räumte Generalsekretär Michel Dérobert ein. Aber weder die Finanzkrise noch der Fall Madoff würden nicht zu einem Systemumsturz im Schweizer Private Banking führen.

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