Neue Studie: Schweizer Vermögensverwalter in der Profitabilitätsfalle

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Die Vermögensverwaltung zählte bis in die jüngste Vergangenheit zu den Perlen des Schweizer Finanzplatzes. Doch die Finanzkrise und die anhaltende Diskussion um das Bankgeheimnis setzen der Branche kräftig zu. Dies wird jetzt von der Deloitte-Studie "Vermögensverwaltung in der Schweiz - Strategien für eine profitable Zukunft" genauer unter die Lupe genommen.

Für die Studie wurden 103 Vermögensverwalter in der Schweiz untersucht - jedoch nicht die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS. "Mehr als die Hälfte der analysierten Vermögensberater hat mit erheblichen Schwierigkeiten bei der nachhaltigen Profitgenerierung zu kämpfen", heisst es in der Studie.

Das Private Wealth-Management drohe auf kurze bis mittlere Frist in eine "Profitabilitätsfalle" zu geraten. Dafür seien die steigenden Kosten aufgrund der wachsenden Regulierungsanforderungen sowie ein geändertes Wettbewerbsumfeld verantwortlich. Die Defizite würden durch eine günstige Finanzmarktentwicklung nicht länger überdeckt.

Vor allem kritisiert der Hauptverfasser der Studie Daniel Kobler die einseitige Ausrichtung mancher Vermögensverwalter auf die Steigerung der verwalteten Vermögenssummen. Demnach wächst die Profitabilität nicht parallel zu den "Assets under Management".

Sieben Kriterien entscheiden über Profitabilität

Dabei machte Kobler vor allem sieben Kriterien aus, die für eine Profitabilität der Branche verantwortlich seien:

  • Konzentration auf sehr hohe Privatvermögen oder institutionelle Anleger
  • Internationale Präsenz
  • Zusätzliche Dienstleistungen zur reinen Vermögensverwaltung
  • Outsourcing von Back-Office-Funktionen
  • Vorsicht bei der Produktion und dem Angebot traditioneller Produkte wie etwa Fonds
  • Keine Market-Tracking-Produkte wie z.B. ETFs
  • Der Eingenhandel in Kombination mit Privatebanking erwies sich in den zurückliegenden zwei Jahren als Verlustbringer
  • Sprengstoff für den Schweizer Arbeitsmarkt?

    Die Geschäftsmodelle vieler Vermögensverwalter in der Schweiz berüchsichtigen diese Faktoren nicht angemessen und müssten ensprechend restrukturiert werden, rät Kobler.

    Einen negativen Einfluss auf den Schweizer Arbeitsmarkt für Private Banker bezeichnete Kobler als "reine Spekulation". Derartige Überlegungen seien kein Gegenstand der Untersuchung gewesen. Ein Aufbau des Onshore-Geschäfts ausserhalb der Schweiz müsse nicht zwangsläufig mit einem Personalbbau in der Schweiz verbunden sein.

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