Credit Suisse heuert und feuert gleichzeitig

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Überraschendes von der Credit Suisse. Trotz eines Milliardenverlusts im vergangenen Jahr, der deutlich höher als erwartet ausfiel, wird es keine neue Kündigungswelle geben.

Stattdessen stellt das Management sogar steigende Mitarbeiterzahlen in der Schweiz in Aussicht. "Die Zahl der Mitarbeiter in der Schweiz wird tendenziell eher zunehmen, so dass wir Ende 2009 hier wohl mehr Beschäftigte haben werden als jetzt", sagte Vorstandschef Brady Dougan der verblüfften Journallie. Allerdings nur, wenn die Konjunktur bald wieder anspringt und entsprechendes Neugeschäft nach sich zieht. Derzeit beschäftigt das Institut hierzulande rund 21.000 Mitarbeitende.

Dabei hatte der Finanzdienstleister erst vor zwei Monaten angekündigt, dass wegen der anhaltenden Finanzkrise erstmals auch 650 Mitarbeitende auf dem Heimatmarkt entlassen werden müssten.

Wer nun jedoch glaubt, dass der angekündigte Stellenabbau nun wieder rückgängig gemacht würde, der irrt. "Es wurde nichts zurückgenommen", sagte Denise Chervet, Zentralsekretärin des Schweizerischen Bankpersonalverbands.

Ein Sprecher der Bank bestätigte, dass bereits die Hälfte des im Dezember angekündigten Stellenabbaus eingeleitet wurde. Die verbliebenen Positionen sollen im Laufe des ersten Halbjahres abgebaut werden.

Die Bank bemühe sich, den Betroffenen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu helfen, sowohl intern - aktuell sind bei der Credit Suisse in der Schweiz rund 200 Posten ausgeschrieben, oder extern, mit Hilfe von Coaches.

Unterm Strich hat sich die Mitarbeiterzahl im Verlauf des Jahres kaum verändert. Beschäftigte die Credit Suisse Ende 2007 noch 48.100 Mitarbeiter, waren es ein Jahr später noch 47.800. Allerdings hatte die Bank die Zahl der Mitarbeitenden bis zur Jahresmitte noch auf 50.300 erhöht.

Entsprechend schmerzte der im vierten Quartal vollzogene Stellenabbau. Das Wealth Management kam mit einem Rückgang von 200 auf 15.400 Arbeitsplätze noch glimpflich davon. Der Jobverlust im Corporate & Retail Banking hielt sich mit einem Minus von 100 auf 9.000 auch noch in Grenzen.

Dagegen mussten die Investmentbanker, vor allem in den Hochburgen London und New York bluten. 1.600 Mitarbeiter (acht Prozent) verloren von Oktober bis Dezember ihre Stelle. Im Asset Management wurden sogar 600 Stellen (17 Prozent) gestrichen. Lediglich im Corporate Center hat es - bislang jedenfalls - noch keinen Stellenabbau gegeben.

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