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Die besten Tipps und Ausreden, um zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen

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Jobinterviews fallen meist in die Arbeitszeit, was für Berufstätige regelmässig eine gewaltige Herausforderung bedeutet. Wir haben mit Experten gesprochen, wie Sie sich am geschicktesten zu einem Vorstellungsgespräch davonstehlen und worauf sie dabei achten müssen.

Vorsicht vor Lügen

„Man muss nicht immer die Oma sterben lassen. Lieber die halbe Wahrheit sagen als eine ganze Lüge“, empfiehlt Karrierecoach Gunnar Belden von der Maturias Personalberatung in Potsdam. „Generell ist von Lügen abzuraten. Denn wenn das herauskommt, ist der Preis einfach zu hoch. Es handelt sich um einen Vertrauensbruch.“

Darüber hinaus warnt Belden davor, den alten Arbeitgeber um seine Arbeitszeit zu betrügen, denn das komme bei dem potenziell neuen Arbeitgeber gar nicht gut an. „Kein Unternehmen will einen bewährten Arbeitszeitschwindler.“

Personalberater Matthias Koch von Robert Walters in Düsseldorf berichtet von Fällen, als ein Kandidat vorgegeben hat, im Stau gestanden oder einen Unfall gehabt zu haben, um zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen. Dabei bestehe das Risiko, dass dies herauskomme. „Ich empfehle immer einen fairen Umgang.“

Der Klassiker: Arztbesuch

Falls sich keine elegantere Möglichkeit findet, empfiehlt Personalberater Patrick Riske von Fricke Finance & Legal den Klassiker: „Ein Arztbesuch lässt sich in neun von zehn Fällen verwenden. Allerdings sollte man nicht zu dick auftragen. Am besten sind Zahnarztbesuche oder Vorsorgeuntersuchungen.“ Dagegen seien ernsthafte Erkrankungen suboptimal. Da sie nur zu unerbetenen Nachfragen führen.

Die Garderobe muss zur Ausrede passen

„Es kommt immer wieder vor, dass die Garderobe nicht zur Ausrede passt“, warnt Belden. Dies sei vor allem im Back Office oder IT-Bereichen der Fall, wo eher in Jeans und Hemd als im Anzug gearbeitet wird. „Wer dann in einem Anzug auftaucht, zieht unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich.“

Laut Belden gebe es in dieser Situation zwei Möglichkeiten. „Man kann mit dem potenziell neuem Arbeitgeber absprechen, dass man in gewöhnlicher Kleidung zum Vorstellungsgespräch erscheint“, sagt Belden. Dies würde von vielen Arbeitgebern durchaus verstanden. Ein anderer Trick besteht darin, das Vorstellungsgespräch in den frühen Morgen oder den Abend zu legen und sich nach bzw. vor dem Vorstellungsgespräch einfach umzuziehen.

Der Reinigungstrick

Ein anderer ehemalige Recruiter verrät den Reinigungstrick. „Geben Sie einfach Ihren Anzug oder Ihr Kostüm ein paar Tage vorher bei einer Reinigung in der Nähe Ihres Arbeitsplatzes ab“, sagt der Recruiter, der anonym bleiben möchte. „Vor dem Gespräch holen Sie dann einfach Ihre Klamotten ab, suchen sich ein ruhiges Plätzchen, um sich umzuziehen und schon machen Sie eine tadellose Figur. Nach dem Vorstellungsgespräch verstauen Sie Ihre Kleidung einfach wieder in einer Tasche und gehen mit Ihrer normalen Kleidung zur Arbeit.“

Bündeln Sie Vorstellungsgespräche

Nach den Erfahrungen von Riske begnügen sich die meisten Arbeitgeber mit zwei oder drei Vorstellungsgesprächen. Es gibt aber auch Unternehmen, die Kandidaten deutlich mehr abverlangen. Ein Headhunter aus der Schweiz berichtet sogar, dass er einen seiner Kandidaten zu 29 (!) Vorstellungsgesprächen senden musste – bei demselben Arbeitgeber wohlgemerkt. Laut Riske kommen mehr als drei Vorstellungspräche eher bei ausländischen Arbeitgebern und bei Unternehmen mit Matrixorganisation vor. In einem solchen Fall rät er Kandidaten, sich den Nachmittag frei zunehmen und mehrere Gespräche hintereinander zu führen.

Gespräche möglichst in Randzeiten oder Mittagspause legen

Personalberater Manuel Rehwald von Rehwald Associates in Frankfurt empfiehlt Bewerbern, Vorstellungsgespräche möglichst in die Randzeiten zu legen. „Am frühen Morgen, am Abend oder in der Mittagszeit. Zwischen 12 und 14 Uhr klappt das meistens ganz gut“, erzählt Rehwald. Bei den modernen Arbeitszeitmodellen mit Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit und Home Office sei dies selten ein Problem. „Es sollte eigentlich schon möglich sein, mal ein oder zwei Stunden früher nachhause zu gehen“, sagt Rehwald. Auch einen halben oder ganzen Urlaubstag könne man opfern. „Allerdings dürfen Sie sich nicht krankmelden, wenn Ihnen der Urlaub nicht bewillig wird.“ In einem solchem Fall bleibe einem Bewerber nichts anderes übrig, als den Termin zu verlegen.

Vorsicht bei zu häufigen Terminverschiebungen

„Bei Arbeitgebern besteht durchaus Verständnis, wenn Kandidaten einen Termin wegen einer plötzlichen Vorstandssitzung oder einem Kundenmeeting absagen. Allerdings darf das nicht zu häufig vorkommen“, warnt Koch. „Ob jemand in der Lage ist, ein Vorstellungsgespräch einzurichten, stellt für mich schon einen Gradmesser dar, ob er wirklich an dem Job interessiert ist. Auch wenn ein Kandidat den Bewerbungsprozess in die Läge zieht, ist das kein gutes Zeichen.“

Lassen Sie sich mehrere Terminvorschläge geben

Riske empfiehlt Kandidaten sich mehrere Terminvorschläge geben zu lassen. Dann könne der Bewerber die ihm günstigste Zeit wählen. „Einen passenden Termin für ein Vorstellungsgespräch zu finden, ist oft lästig und anstrengend. Aber es ist nie so, dass es daran scheitern würde.“


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