In der Schweiz steigen die Boni schneller als die Festgehälter

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Wer einen höheren Anteil seiner Vergütungen als Bonus erhält, hat gut Lachen. Denn die variablen Vergütungsbestandteile steigen nach einer Online-Umfrage des Schweizerischen Bankpersonalverbandes (SBPV) deutlich stärker an als die Fixgehälter. Dabei hatten Experten als Lehre aus der Finanzkrise eigentlich das Gegenteil gefordert.

So sind die gezahlten Boni binnen Jahresfrist im Median um 13 Prozent auf 6000 Franken gestiegen. Dagegen haben die eigentlichen Löhne im Median nur um magere 1,8 Prozent auf 97.736 Franken in 2010 zugelegt.

Nach den Ergebnissen der Online-Umfrage gibt es indes grosse Unterschiede. So gaben 42 Prozent der Teilnehmer an, keinerlei Lohnerhöhung erhalten zu haben und 47 Prozent kassierten einen Bonus von unter 5000 Franken. Dagegen gaben immerhin 8 Prozent der Umfrageteilnehmer an, sogar eine variable Vergütung von über 30.000 Franken eingestrichen zu haben.

"Es kann festgestellt werden, dass die Banken im Jahre 2009 ihre Strategie zur Salärpolitik nicht geändert haben: Die Boni entwickeln sich weiter nach oben, zuungunsten der Fixlöhne. Dies führt zu einer Vergrösserung der Lohnschere und zu einer finanziellen Unsicherheit bei den Bankangestellten", kritisierte die Gewerkschaft.

Dennoch fällt die Lohnzufriedenheit der Mitarbeiter mit 54 Prozent recht hoch aus. Allerdings seien diese Werte bei Führungskräften und Direktions-Mitgliedern noch deutlich besser.

Weiter bemängelte der SBPV, dass die weiblichen Beschäftigten deutlich geringere Bonuszahlungen erhielten als ihre männlichen Kollegen. "Die Frauen erhalten nach wie vor tiefere Löhne als Männer, selbst wenn sie dieselbe hierarchische Stufe bekleiden", heisst es weiter.

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