Gerüchte um Ackermanns vorzeitige Ablösung: Soll Mr. Deutsche Bank gehen?

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Gerüchte um die Zukunft von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gibt es in schöner Regelmässigkeit. Wenn jedoch der Börseninformationsdienst Platow Brief meldet, der Schweizer wolle vorzeitig aus seinem Vertrag ausscheiden, dann kann man sicher sein, dass das nicht völlig aus der Luft gegriffen ist.

Erst Ende April war der Vertrag des 61jährigen um weitere drei Jahre bis zur Hauptversammlung 2013 verlängert worden. Zuvor war Aufsichtsratschef Clemens Börsig mit seinem Versuch gescheitert, an die Spitze des Instituts zu rücken. Das Verhältnis der beiden Top-Banker gilt als angespannt.

"Intern geht indes niemand davon aus, dass Ackermann, der eigentlich schon zur Hauptversammlung 2010 gehen wollte, so lange bleibt", hatte der Info-Brief am Mittwoch überraschend berichtet. Die Suche nach externen Nachfolgekandidaten laufe bereits. Auch in Finanzkreisen hatte es zuletzt geheissen, Ackermann werde möglicherweise früher gehen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Bei der Deutschen Bank hat diese Meldung jedenfalls für einigen Wirbel gesorgt. Immerhin sah sich die Pressestelle genötigt zu reagieren. Ackermann stehe "uneingeschränkt" zu seiner Ankündigung, bis zum Vertragsende 2013 im Amt zu bleiben, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Im übrigen sei der Platow-Bericht aus der Luft gegriffen.

Sollte Ackermann tatsächlich vorzeitig aufhören, hat der Aufsichtsrat die Qual der Wahl. Ausländische Medien bringen immer wieder den Namen von Anshu Jain ins Gespräch, schliesslich verdient das Institut zwei Drittel seiner Erträge mit dem Investmentbanking. Und das verantwortet eben der gebürtige Inder gemeinsam mit dem Amerikaner Michael Cohrs. Ob das mächtigste deutsche Finanz-Institut aber bereit ist für einen Ausländer, der kein Deutsch spricht?

An der Heimatfront politisch durchsetzbar wäre wohl am ehesten ein in Deutschland bekannter externer Topmanager - oder eben doch ein amtierendes Vorstandsmitglied. Hier gilt vor allem Rainer Neske, der Chef des Privat- und Firmenkundengeschäfts, als Favorit. Erst vor einer Woche hatte Ackermann übrigens auf einer Tagung angekündigt, künftig vor allem in Deutschland wachsen zu wollen. Für Neske eigentlich ein Wink mit dem Zaunpfahl! Sollte er die Übernahmen der Postbank und jetzt auch noch der Privatbank Sal. Oppenheim einigermassen wuppen und damit die Investmentbanking-lastige Bilanz des Frankfurter Instituts begradigen, dann dürfte es für andere interne Kandidaten schwer werden, an ihm vorbeizuziehen.

Was meinen Sie? Steht Ackermann trotz des Dementis auf dem Absprung? Und wenn ja, wer hat die Statur, seinen Job zu übernehmen. Ein interner Kandidat oder doch jemand von aussen?

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