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Subprime-Loan-Krise: Arbeitsplätze in Gefahr? (Teil 2)

Bislang halten sich die direkten Auswirkungen der Subprime-Loan-Krise auf das deutsche Financial Hiring in Grenzen. Es dürfte jedoch noch etwas nachkommen.

Trotz des für die deutschen Banken sehr guten ersten Halbjahres 2007 könnte es nun noch ungemütlich werden für die Banker. “Die Krise wird sich meiner Meinung nach auf die Banken auswirken,” glaubt Özcan Acikel, Geschäftsführer des Frankfurter Büros der international tätigen Personalberatung Smith & Jessen. “Komplexe Kreditstrukturen und CDOs werden vorübergehend für einige Kunden in den Hintergrund treten, wo sicherlich auch Leute freigesetzt werden. Im Bereich Capital Markets werden im Sales beispielsweise allein aufgrund der Tatsache, dass die großen Käufer IKB und SachsenLB zukünftig wegfallen, Überkapazitäten entstehen.”

Deutliche Einbußen im Handel mit Kreditprodukten aller Art, bei der Strukturierung forderungsbesicherter Anleihen und mit Krediten unterlegten Investmentpools (CDO) sind bereits zu verzeichnen. Mehrere Institute haben bereits begonnen, ihre CDO-Abteilungen zu verkleinern. Die Deutsche Bank beispielsweise zieht sich aus einem speziellen Kredithandelsbereich, den Relative-Value’-Strategien, zurück. Bei dieser Methode, auf Unter- oder Überbewertung von Kreditprodukten zu handeln, hatte sie einen Verlust von 100 Mio. € eingefahren. Über die Hälfte der 14 Teammitarbeiter muss die Bank verlassen.

Stefan Zweck von Michael Page sieht ebenfalls gravierende Auswirkungen: “In einigen Bereichen des Bankings werden wir deutliche Auswirkungen sehen, verschiedene Investitionen werden beispielsweise sehr viel schwerer syndiziert bzw. schlicht und ergreifend nicht refinanziert werden können, weil sich keine Abnehmer für Verbriefungen finden. Hiervon betroffen ist auch der Leveraged-Finance-Sektor. Viele Marktteilnehmer warten auf erste größere nennenswerte Ausfälle.”

Zurückhaltung

Im Structured-Finance-Bereich erwartet auch Matthias Junges von MJ Consult Junges & Schüller mögliche Zurückhaltung: “Bereiche wie Securization, Structured Leveraged Finance oder Acquisition Finance werden in den direkt betroffenen Häusern sicherlich Einschnitte zu verzeichnen haben. Wenn der Markt für Akquisitionsfinanzierungen bis auf Weiteres nicht mehr aufnahmefähig ist, könnte dies á la longue zu Konsequenzen führen.” Dies kann auch für weitere Häuser gelten, deren Engagement in diesen kritischen Märkten bislang noch nicht publik geworden ist.

Auch unabhängig von den Vorgängen auf diesen Märkten sieht Junges in der Fläche, also bei den klassischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken, in Zukunft erheblichen Fusionsdruck, verursacht durch den niedrigen Marktzins und die flache Zinsstrukturkurve.

“Die risikoreicheren Anlagermöglichkeiten als Kreditersatzgeschäft werden durch den Eindruck der aktuellen Krise zunächst nicht mehr wie bislang genutzt werden. Aufgrund der geringen Margen im klassischen Geschäft mit den Privat- und Geschäftskunden wird der Kostendruck zu weiteren Fusionen führen – mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Personal.”

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