Siemens geht unter die Banken: Welche Jobchancen bieten sich?

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Mit seiner frisch erworbenen Banklizenz will der Siemens-Konzern Deutscher Bank, Commerzbank und Co. keine Konkurrenz machen. Vielmehr gehe es schwerpunktmässig um Instrumente zur Absatzfinanzierung. "Um in Deutschland Kreditgeschäfte anbieten zu dürfen, benötigen Sie eine Banklizenz", betonte ein Unternehmenssprecher am heutigen Dienstag (7. Dezember) anlässlich der Erteilung der Banklizenz durch die BaFin.

"Mit einer eigenen Bank können wir in Deutschland Kredite im Rahmen von Projekt- und Investitionsfinanzierung anbieten und damit die Absatzfinanzierung nachhaltig unterstützen", sagte Siemens Financial Services-Chef Roland Chalons-Browne, der künftig auch als Chef der Siemens Bank agieren wird.

Damit gibt sich das Unternehmen betont defensiv. Noch im Sommer hatte der Finanzvorstand des Konzerns Joe Kaeser den Antrag auf eine Banklizenz mit dem wachsenden Misstrauen in die Stabilität der Banken begründet.

Finanzkrise hat Bankrisiko offenbart

"Vor drei Jahren kam ich noch nicht einmal auf die Idee, mir Sorgen zu machen, wo wir zum Beispiel unsere Liquidität anlegen, mit wem wir Währungs- oder Zinssicherungsgeschäfte machen. Nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre sehe ich hier realen Handlungsbedarf", sagte Kaeser damals.

Doch heute bestreitet ein Unternehmenssprecher, dass die Siemens Bank Dienstleistungen einer Investmentbank für den Konzern erbringen werde. Dennoch erhält der Konzern mit der Banklizenz auch die Möglichkeit, im Bedarfsfall seine Liquidität auf einem ausfallsicheren Konto bei der Bundesbank zu parken. Laut dem Unternehmenssprecher handle es sich dabei aber allenfalls um einen Nebenaspekt.

"Zusätzlich zum Kredit- und Garantiegeschäft wird die Siemens Bank auch Einlagengeschäfte für Konzerngesellschaften und ausgewählte institutionelle Dritte betreiben sowie Dienstleistungen rund um das Risikomanagement und Risikocontrolling für den Siemens-Konzern und für externe Kunden übernehmen", heisst es seitens des Konzerns. Eine Privatkundengeschäft, wie es der US-Rivale General Electrics anbietet, schloss Siemens indes aus.

Vorerst keine Einstellungsoffensive

Die Siemens Bank wird ihren Geschäftsbetrieb mit etwa 100 Mitarbeitern in den kommenden Tagen in in München aufnehmen. Zu den Jobchancen bei der Siemens Bank hatte der Unternehmenssprecher indes eine schlechte Nachricht: "Das wird im Wesentlichen durch unser bestehendes Finanzgeschäft abgedeckt."

Allerdings wollte der Konzern keine Prognose zur künftigen Entwicklung der Jobchancen für Finanzprofis bei der Siemens Bank wagen. "Wir sind gerade in der der Anfangsphase, was in der Zukunft ist, das wird sich noch zeigen", ergänzte der Unternehmenssprecher.

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