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Wieso die Hypo Vereinsbank der Aldi unter den Investmentbanken ist oder Schweizer Institute einfach zu gut zahlen

Grosse Leistung zum kleinen Preis, hierfür steht Aldi. Das Geschäftsprinzip scheint dabei so lukrativ zu sein, dass die beiden Albrecht-Brüder ehedem zu den reichsten Deutschen avancierten. Doch auch unter Investmentbanken scheint es einen ganz ähnlichen Anbieter zu geben: die Hypo Vereinsbank.

So legte die Münchner Tochter der italienischen Unicredit-Group am heutigen Freitag (13. Mai) ihre Geschäftszahlen für das erste Quartal vor, die erstaunlich gut ausgefallen sind. Von dem Vorsteuergewinn von 995 Mio. Euro (1,26 Mrd. Franken) entfallen allein 885 Mio. Euro (1,1 Mrd. Franken) oder fast 90 Prozent auf die Investmentbanking-Sparte des Instituts. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Münchner den Vorsteuergewinn in der Sparte um satte 59 Prozent steigern.

Dies ist umso erstaunlicher, als die meisten anderen Institute für das erste Quartal ein Klagelied im Investmentbanking anstimmen mussten. So purzelte der Vorsteuergewinn bei der Deutschen Bank um 5 Prozent auf 2,561 Mrd. Euro (3,24 Mrd. Franken). Dabei schnitt der deutsche Branchenprimus noch vergleichsweise gut ab, was ein Blick in die Schweiz belegt.

Denn bei der Credit Suisse brach der Vorsteuergewinn in dem Geschäftsbereich um 25,1 Prozent auf 1,343 Mrd. Franken ein und bei der UBS sogar um 29,8 Prozent auf 835 Mio. Franken. Damit rückte die HVB in Sachen Profitabilität vor die UBS, die einstmals zu den sogenannten “Tier 1”-Investmentbanken zählte.

Ein Erfolgsrezept der Münchner scheint in ihren schlanken Kostenstrukturen zu bestehen, was indes die Mitarbeiter nicht unbedingt entzücken dürfte. So fiel der Personalaufwand pro Kopf bei der HVB auch reichlich moderat aus. Die Deutsche Bank liess für jeden ihrer Investmentbanker von Januar bis März durchschnittlich umgerechnet 167.000 Franken springen, bei der Credit Suisse waren es 116.000 Franken und bei der UBS 106.000 Franken. Dagegen wandte die Hypo Vereinsbank für jeden ihrer Investmentbanker umgerechnet nur magere 90.000 Franken auf.

Das Aldiprinzip zeigt sich vollends bei der Cost-Income-Ratio im Investmentbanking dieser Institute. Diese lag bei der UBS bei 75,8 Prozent, bei der Credit Suisse bei 73,1 Prozent und bei der Deutschen Bank bei 61 Prozent. Dagegen lag dieser Wert bei der HVB bei sensationell niedrigen 28,6 Prozent. Ob sich die Mitarbeiter der HVB hierüber jedoch freuen können, bleibt dahingestellt. Leistung zahlt sich leider nicht immer aus.

Kommentare (1)

Comments
  1. Wer will denn auch bei Aldi arbeiten? Da ist mir doch die Credit Suisse lieber!!!

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