1000 neue Jobs jährlich: Das Märchen von der sinkenden Beschäftigung am Finanzplatz Zürich

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In den vergangenen Jahren hat es schlechte Nachrichten zur Beschäftigung am Zürcher Finanzplatz geradezu gehagelt. Allein die UBS hatte angekündigt, die Axt an konzernweit 10.000 Jobs zu legen. Doch jetzt kommt die neue Studie „Finanzplatz Zürich 2014/15“ zu dem Ergebnis: Alles ist gar nicht so schlimm. Das 70seitige Konvolut hatte die Kantonalverwaltung bei BAKBasel in Auftrag gegeben. Konkret:

[efc_twitter text="Für 2015 und 2016 prognostizieren die Experten einen Anstieg der Beschäftigung in der Region Zürich um 1,0 und 0,9 Prozent"]. Da in den Kantonen Zürich, Zug und Schwyz in 2013 immerhin 97.472 Menschen im Finanzsektor arbeiteten, bedeutet dies einen Zuwachs von nahezu 1000 Stellen jährlich.

Allerdings entwickelt sich die Beschäftigung in den einzelnen Sektoren recht unterschiedlich. So wurden bei den Banken in den drei Kantonen allein in 2013 5,2 Prozent aller Stellen gestrichen und auch für 2014 geht das BAK Basel Economics von einem Abbau aus. „[efc_twitter text="Der deutliche Stellenaufbau bei den Versicherungen (+2,2 Prozent) und den sonstigen Finanzdienstleistungen (+ 3,1 Prozent) vermag den Rückgang bei den Banken voraussichtlich jedoch zu kompensieren"]“, heisst es in der Studie.

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Insgesamt beschäftigen die Banken in der Region Zürich in 2013 immerhin 56.636 Angestellte, womit auf die Region 40 Prozent aller Schweizer Bankenjobs entfallen. Trotz des Abbaus in der jüngsten Vergangenheit liegt auch im Banking die langfristige Entwicklung im Plus. „Angesichts der zahlreichen Meldungen über Entlassungswellen bei den Banken seit der Krise erstaunt, dass die Branche in Zürich zwischen 2005 und 2012 im Durchschnitt pro Jahr 1,1 Prozent mehr Erwerbstätige zählt. Die gleiche Bewegung ist für die gesamte Schweiz beobachtbar“, schreiben die Autoren. Unter dem Strich lag die Beschäftigung bei den Banken in 2013 sogar um 7 Prozent über 2004.

Der Grund für diese an sich erfreuliche Entwicklung haben die Autoren schnell ausgemacht: „Dass der Personalbestand, um bei allen Massnahmen die Kosten zu senken, keinen deutlicheren Rückgang aufweist, wird auf die gestiegenen Anforderungen im Rechtsdienst und im Bereich Compliance zurückgeführt.“

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Erfreulich ist auch, dass das BAKBasel trotz der schwächeren Profitsituation nur einen langsamen Rückgang der Vergütungen beobachtet. Dies läge am Talentmangel und dem wachsenden Bedarf an „hochqualifiziertem Personal und Spezialisten“. Ungemach droht jedoch im Back Office. Aufgrund der zunehmenden Industrialisierung der Branche erkennen die Autoren hier ein „grösseres Potenzial für geringere Lohnkosten“.

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