Credit Suisse streicht 650 Stellen in der Schweiz

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Die anhaltende Finanzkrise wird nun auch Investmentbanker in der Schweiz im grossen Stil den Job kosten. Wie die Credit Suisse am Donnerstag mitteilte, will die Grossbank bis Mitte 2009 weltweit 5.300 Stellen abbauen. Das entspricht elf Prozent des Personalbestands der Züricher Grossbank. Ausserdem werden 1.400 Zeitarbeiter entlassen. Zwei Drittel der Stellenkürzungen betreffen das Investmentbanking, geht aus einer Präsentation hervor.

In der Schweiz sollen 650 Arbeitsplätze, vor allen in Zentralfunktionen (Finanzen, Personal, Kommunikation) gestrichen werden. Damit fallen rund drei Prozent der gut 2.000 Schweizer Stellen weg.

Welche Bereiche in der Schweiz betroffen sind, liess die CS offen. Eine Sprecherin betonte, dass nicht alle Betroffenen entlassen würden. Denn bei der Credit Suisse seien derzeit mehrere hundert Stellen offen.

Genutzt werden solle auch die natürliche Fluktuation, die normalerweise im hohen einstelligen Prozentbereich liege. Freigesetzten Mitarbeitern werde ein "Massnahmenkatalog" geboten, der von der Vermittlung interner oder externer Stellen über Beratungen bis zu Umschulungen reiche.

Während das Investmentbanking am Boden liegt, arbeitet die Vermögensverwaltung ("Private Banking") weiter erfolgreich und verzeichnet "ansprechende Neugeldzuflüsse." Die Gruppe wolle weiterhin "angemessen" in den Ausbau dieses Bereichs und des Schweizer Geschäfts investieren. Alleine im Wealth Management hat die Bank seit Jahresbeginn 370 zusätzliche Kundenberater eingestellt, geplant waren eigentlich nur 330.

Das Gros des Stellenabbaus trifft die Hochburgen des Investmentbanking in New York und London. Im Investmentbanking beschäftigte die Credit Suisse Ende September noch 21.300 Angestellte. Seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 wurden in diesem Bereich bereits knapp 2.000 Stellen gestrichen. Die Zahl soll bis Ende 2009 auf 17.500 sinken.

Der Abbau sowie weitere Massnahmen zur Senkung des Personal- und Sachaufwands sollen konzernweit zu Einsparungen in Höhe von rund zwei Mrd. Franken führen. Das entspricht etwa neun Prozent des Geschäftsaufwands des laufenden Jahres.

Im vierten Quartal bis Ende November hat die CS einen Nettoverlust von rund 3 Mrd. Franken erlitten, vor allem im Investment Banking, wie der Konzern weiter mitteilte. Gründe seien die direkten Auswirkungen der Finanzkrise sowie Kosten für den Abbau von Risiken.

Im Verlust noch nicht enthalten sind die Kosten für den geplanten Stellenabbau, die auf rund 900 Mio. Franken veranschlagt werden und mehrheitlich dem vierten Quartal belastet werden sollen.

Auf Grund des zu erwartenden Jahresverlustes haben Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz, Konzernchef Brady Dougan und Investment-Bank-Chef Paul Calello angekündigt, auf einen Bonus verzichten.

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