Cash Equities - Bonifikationen für MD's im Keller

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Nach der Bonifikationsrunde für 2004 sollten Sie Managing Directors (MD) aus dem Cash-Equities-Bereich besser aus dem Weg gehen. Ob in Frankfurt, New York oder London - es ist unwahrscheinlich, dass MD's guter Laune sind, haben sie doch weniger als 1 Million US-Dollar (750.000 Euro) verdient.

Als die Bonifikationen für das letzte Jahr verteilt wurden, fielen die Gehälter der Führungskräfte des Cash-Equities-Bereichs Personalvermittlern zufolge geringer aus als erwartet. Dies ist ein Trend, der sich in allen Hauptfinanzzentren wiederspiegelt. In Europa jedoch haben zumindest Vice Presidents (VP) im Cash-Equities-Sektor Grund zur Freude.

Frankfurt: schwache MDs, starke VPs

Tim Zühlke, auf Equities spezialisierter Berater beim Frankfurter Recruiter Smith & Jessen, berichtet, dass Verkaufsleute an den Cash-Equities-Desks enttäuschende Boni für das letzte Jahr erhalten haben.

"Die Bonifikationen fielen angesichts der Erwartungen nicht gut aus," so Zühlke. "Nach einem guten Jahr und drastischen Kostensenkungen erwarteten die Leute, gut bezahlt zu werden, aber so kam es nicht."

Wenig überraschend ist es, dass Managing Directors am schlechtesten weg kamen. "Die Spitzenleute wurden mehr oder weniger schlecht bezahlt, auch wenn sie gute Arbeit geleistet haben," sagt Zühlke. "Es waren die guten Vice Presidents, die steigende Gehälter verzeichneten."

Er schätzt, dass VP's im Verkaufsbereich der Cash Equities derzeit mit Jahresgehältern zwischen 150.000 und 220.000 Euro rechnen können. Managing Directors in diesem Sektor können zwischen 500.000 und 700.000 Euro erwarten.

Wall Street: Bonifikationen sinken zweistellig

Ken Randel, Führungskräftevermittler bei Options Group, berichtet, dass die Bonifikationen im Cash-Equity-Bereich um durchschnittlich 10 bis 15% gegenüber dem Jahr 2003 sanken.

Vice Presidents im Equity-Handel verdienen durchschnittlich zwischen 100.000 und 150.000 US-Dollar (75.000 bis 110.000 Euro), sagt Randel, zuzüglich Bonifikationen zwischen 100.000 und 500.000 US-Dollar (75.000 bis 375.000 Euro). Verkaufskräfte im Cash-Equities-Bereich bekommen ein ähnliches Grundgehalt, plus Bonifikationen von bis zu 400.000 US-Dollar (300.000 Euro)

Die Grundgehälter der Managing Directors aus den Verkaufs- und den Handelsteams der Cash-Equities-Abteilungen waren bei 250.000 US-Dollar (185.000 Euro) gedeckelt, zuzüglich durchschnittlicher Boni von 600.000 bzw. 500.000 US-Dollar (450.000 bzw. 375.000 Euro).

Randel berichtet, dass die niedrigeren Zahlungen für viele eine Überraschung war. "Einige Leute haben bessere Geschäfte gemacht als im Jahr 2003. Sie haben erwartet, dass die Gehälter sich wieder in Richtung des 2000-er Niveaus entwickeln, nicht, dass sie wieder fallen." Aber die guten Zeiten des Jahres 2000 scheinen vorbei zu sein. "Das Personal in den Handelsräumen wurde reduziert, die Arbeit automatisiert und Kapital wurde entzogen," erläutert Brad Hintz, Bankenanalyst bei Sanford C. Bernstein & Co. in New York. "Die Margen sind unter Druck. Die Reaktion darauf sind Kostensenkungen."

Hintz betrachtet diese Kostensenkungen als schlechte Nachrichten für die Führungskräfte. Cash-Equities-Abteilungen an der Wall Street wandten sich von teuren erfahrenen Leuten zugunsten billigerer jüngerer Kollegen ab.

City of London: MD's leiden

Für Führungskräfte von Cash-Equities-Abteilungen in der Londoner City war es schmerzhaft. Mark Shirley, Equities-Spezialist beim Recruiter Sheffield Haworth, berichtet, dass Managing Directors höhere Bonifikationen für 2004 erwartet hatten. "In den meisten Fällen trat das leider nicht ein."

Shirley erklärt, London's Managing Directors im Bereich Cash Equities seien in etwa auf dem Niveau des Jahres 2003 vergütet worden. "Ich habe niemanden getroffen, der schlechter bezahlt worden wäre, oder der in einem Anfall von Wut über seine Bezahlung die Brocken hingeschmissen hätte."

Seine Mitbewerber sind sich da jedoch nicht so sicher. Zwei Recruitern zufolge, die nicht genannt werden möchten, sanken die Bonifikationen im Cash-Equities-Bereich im Jahr 2004 um 15 bis 20% gegenüber 2003. "Managing Directors hat es am stärksten getroffen," berichtet einer. "Es gab eine knallharte Begrenzung bei den Gehältern der Top-Leute. Führungskräfte, die vor einigen Jahren Millionen verdient haben, sind jetzt froh, wenn Sie 400.000 britische Pfund (575.000 Euro) bekommen.

Die Londoner Personalvermittler stimmen darin überein, dass Vice Presidents es 2004 am besten getroffen haben. "Leute zwischen Ende 20 und Mitte 30 wurden für ihre Geduld und ihre Beharrlichkeit in den letzten Jahren belohnt," so Shirley. "Einige Leute in verschiedenen Häusern wurden neu eingestuft und verzeichneten Gehaltssteigerungen um 40%." Shirley zufolge verdienen erfahrene Vice Presidents im Cash-Equities-Bereich derzeit mehr als 300.000 britische Pfund (430.000 Euro).

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