Sechsjähriger Albtraum vorbei: Raoul Weil freigesprochen

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Former UBS banker Raoul Weil is seen in a booking photo after his arrival at the Broward Sheriff's Office in Fort Lauderdale

Aus schlechteren Tagen: Raoul Weil auf dem Foto des Sheriff's Office.

Dieses Urteil dürfte bei vielen Schweizer Bankern für Aufatmen sorgen. Der ehemalige Verantwortliche des UBS-Wealth Management-Geschäfts in den USA Raoul Weil wurde von einem Geschworenengericht in Florida freigesprochen. „Nicht schuldig“, lautete das Urteil der zwölf Geschworenen. Laut einem Sprecher hätten lediglich zwei Geschworene mit einer Verurteilung Weils sympathisiert – zu wenig für ein Urteil.

Offenbar haben die direkten Beweise nicht ausgereicht. Schon während des Prozesses waren Zweifel an der Glaubhaftigkeit von Weils ehemaligen Untergebenen Martin Liechti aufgekommen, auf den sich die Anklage massgeblich stützte. Weil wurde vorgeworfen, während seiner Zeit an der Spitze des Wealth Managements die Steuerhinterziehung von US-Bürgern begünstigt zu haben.

Als das Urteil um 16.40 Uhr Ortszeit fiel, sprangen Weil, seine Ehefrau Susan Lerch und seine Anwälte auf und umarmten sich. Der 54jährige verlässt als freier Mann das Gericht und erhält seinen Pass sowie die 10,5 Mio. Dollar Kaution zurück. Ein sechsjähriger Albtraum sei vorüber, sagte Weil dem Radiosender RTS.

Unterdessen kritisierte Weil die Schweizer Justiz. Es könne nicht angehen, dass jemand aus der Schweiz in die USA reisen, dort Geldwäsche gestehen und das Schweizer Bankgeheimnis brechen dürfe und von der eidgenössischen Justiz nicht belangt werde. Diese Kritik zielt offenbar auf seinen ehemaligen Untergebenen und Freund Liechti.

Weil war lange Zeit von den USA mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden. Bei einer Reise nach Italien wurde Weil von der italienischen Polizei in einem Luxushotel in Bologna aufgegriffen und anschliessend an die USA ausgeliefert.

Der Freispruch ist umso wichtiger, als immer noch viele Schweizer Wealth Manager, die in der Vergangenheit US-Kunden betreuten, mit einer Strafverfolgung durch die amerikanische Justiz rechnen. So mancher traute sich kaum noch die Grenzen der Schweiz zu übertreten. Nach dem Freispruch dürfte die Wahrscheinlichkeit sinken, dass es zu einer Anklagewelle gegen Schweizer Banker kommt.

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