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Reform des Bankgeheimnis ohne Effekt auf Vorsprung im Private Banking

Was würde eine Abschaffung des Bankgeheimnis für die Schweiz bedeuten? Eine schrumpfende Wirtschaft infolge von Mittelabflüssen, wie die NZZ vermutet? Gar Massentlassungen im Wealthmanagement?

Nichts da, sagt die Bank of America (BoA). Es sei höchst unwahrscheinlich, dass ausländische Privatkunden in Scharen ihr Kapital von Schweizer Bankkonten abziehen würden, sollte das Bankgeheimis fallen.

Bis die dann nötigen 70 Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen und von Volk und Parlament abgesegnet worden seien, dürften Jahre vergehen. “In der Praxis besteht für Privatkunden keine Dringlichkeit, das Geld abzuziehen”, schreiben die Analysten der BoA-Investmentbanking-Tochter Merrill Lynch.

Unangenehm könnte es für die Schweizer Banken vor allem dann werden, wenn ausländische Regierungen Steuerhinterziehern mit Offshore-Konten Steueramnestie anbieten. Als Beispiel nennt Merrill Lynch Italien: Dort arbeitet die Regierung an einem Gesetz, das jene 600 Mrd. Euro, die Italiener in ausländischen Steueroasen geparkt haben, ins Land zurückholen soll. Nach einer Amnestie waren bereits 2001 und 2002 bis zu 60 Mrd. Euro zurückgeflossen. Der Grund: Die Anleger mussten das Geld mit lediglich 2,5 Prozent versteuern.

Vieles spricht nach Ansicht von Merrill Lynch dafür, dass die Schweiz ihre Stellung als weltweit grösster Vermögensverwalter im Private Banking behalten wird.

Der Wettbewerbsdruck wird aber zunehmen. Ausländische Bankkunden werden künftig nicht mehr bereit sein, den gleichen Preis für Diskretion zu bezahlen wie bisher, mutmaßen die Autoren der Studie. Schließung würde das Leistungsspektrum der Schweizer Banken nach einer Abschaffung des Bankgeheimnis im internationalen Vergleich kleiner werden. Deutlich höhere Preise ließen sich dann kaum noch durchsetzen. Mit der Folge, dass die Margen der Banken unter Druck geraten werden.

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