Private Banking: das Asyl für Investmentbanker?

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In der Presse kursieren Meldungen über den neuen Trend, dass sich viele Investmentbanker jetzt Tätigkeiten im Private Banking suchen. Die Subprime-Krise lässt wohl grüssen.

Laut dem Nachrichtendienst "Financial News" hat jüngst die UBS auf einen Schlag 70 Investmentbanker in die Vermögensverwaltung transferiert. Dies geschah im Zuge der Aufgabe des US-Municipal-Finance-Geschäfts, schreibt der Newsdienst unter Berufung auf eine mit der Situation vertraute Quelle.

Die UBS bestätigte indessen offiziell, dass zahlreiche Beschäftigte der Municipal-Finance-Sparte in der Vermögensverwaltung eine neue Beschäftigung finden sollen. Insgesamt kostet der Rückzug aus dem Geschäft aber 300 Mitarbeiter den Job.

Abwanderungstendenz

Eine ähnliche Abwanderungstendenz aus dem Investment Banking beobachtet man offenbar auch bei der Credit Suisse. Dort haben talentierte Investment Banker in jüngster Zeit starkes Interesse an einer Tätigkeit für die Vermögensverwaltungssparte entwickelt.

Jeremy Marshall, CEO des Credit-Suisse Private Banking in England, bestätigte gegenüber "Financial News" dass es derzeit auffällig viele Bewerbungen von Investment Bankern gebe. Diese suchten nun eine neue Aufgabe als Relationship Manager im Private Banking. Man freue sich, Wunscharbeitgeber zu sein, meinte Marshall. Schliesslich hätte man bei der Credit Suisse in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit derartigen internen Stellenwechseln gemacht.

Kaum ein Berufsbild ist in jüngster Zeit so unter Druck geraten wie die Investmentbanker. Zahlreiche Banken müssen ihre Abteilungen verkleinern und Personal abbauen. Dagegen besteht im Private Banking weiterhin Nachfrage nach kompetenten Kundenbetreuern. Werden jetzt viele Investmentspezialisten in die Vermögensverwaltung wechseln?

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