Kann sich die UBS ihre Investmentbank leisten?

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Wie wir bereits in der vergangenen Woche angemerkt haben, scheinen die Gehälter bei der UBS durch die Decke zu gehen. Das Grundgehalt für Managing Directors hat sich auf 300.000 Pfund (500.000 Franken) verdoppelt. Zugegebenermassen befindet sich die UBS damit auf einer Ebene mit anderen Banken, doch scheint die UBS besonders schwach positioniert zu sein, um sich eine solche Verschwendung zu leisten.

Die sogenannte Compensation Ratio fällt mit 81 Prozent für die Investmentbank der UBS wesentlich höher aus als bei der Credit Suisse, die mit 41 Prozent die zweithöchste Compensation Ratio aufweist. Analysten von Morgan Stanley sagen voraus, dass die Ratio bei der UBS in 2010 noch höher ansteigen kann, wenn der Einfluss der aufgeschobenen Vergütungselemente wirksam wird.

Obgleich die UBS wiederholt ein geringes Interesse an Neueinstellungen bekundet hat, sagen auf Fixed Income spezialisierte Headhunter, dass Führungskräfte für den Bereich Fixed Income, Currency und Commodities (FICC) von hunderten von Einstellungen in 2010 sprechen. Dies trägt möglicherweise der Tatsache Rechnung, dass die Mitarbeiterzahl im dem Geschäft zwischen 2007 und 2009 um 36 Prozent gefallen ist.

Es sieht so aus, als könne die UBS von zusätzlicher FICC-Kompetenz profitieren. Denn es wird behauptet, dass der Aufschwung der Investmentbanken von einer Wiederauferstehung des FICC ausgehen werde. Laut einer Präsentation für Investoren aus dem vergangenen November plant die UBS ihre Erträge im FICC in den kommenden drei bis fünf Jahren zu verdoppeln. Dennoch betont Morgan Stanley, dass die Erträge vom dritten zum vierten Quartal 2009 um 69 Prozent eingebrochen sind gegenüber einem durchschnittlichen Rückgang in der Branche von 44 Prozent.

Egal ob das frische Blut ankommt oder nicht, das bestehende Personal muss erhalten werden. Während der jüngsten Bilanzpressekonferenz sprach UBS-Chef Oswald Grübel von der Notwendigkeit, die besten Leute angemessen zu bezahlen. Folglich ist es wenig überraschend, dass Headhunter von "sehr gemischten" Bonuszahlungen sprechen.

Jetzt besteht die Gefahr, dass einige dieser Spitzenkräfte die Bank verlassen und dass die UBS nicht in der Lage sein wird, sie wieder einzustellen, ohne die Compensation Ratio weiter zu erhöhen. Schon sagen Headhunter, dass sich die UBS allein auf ihre gehobenen Gehälter verlässt, um Leute anzuziehen. Dies mag funktioniert haben, solange die meisten anderen Banken ihre Gehälter angehoben haben, um zur UBS aufzuholen. Doch jetzt stellen die UBS-Gehälter die Norm in der Finanzindustrie dar und Sicherheit wird anderswo geboten. Mithin mag die Begeisterung, bei der Schweizer Bank anzuheuern, gedämpft sein.

Mit einer derart hohen Compensation Ratio wie bei der UBS besteht die Gefahr, dass das erwünschte Gewinnwachstum nicht eintritt. Die Schwerkraft hoher fester Personalkosten wird die UBS unvermeidlich eher zum Rausschmiss als zu Einstellungen veranlassen.

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