REGULIERUNG: Gewerkschaft will mehr - Bankenverband weniger

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Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) hat die Pläne der Finanzmarktaufsicht FINMA begrüsst, die Finanzbranche stärker zu regulieren.

Die Krise habe die Schwächen der Selbstregulierung und die dramatischen Konsequenzen der Exzesse des Finanzmarktes für die Gesellschaft und auch für die Angestellten der Banken zur

Genüge aufgezeigt, sagte SBPV-Generalsekretärin Denise Chervez.

Zugleich kritisierte die Banken-Gewerkschaft, dass internen Kontrollen und den Überwachungsstellen zu viel Vertrauen geschenkt werde.

Der SBPV verurteilt, dass mehrere Banken in der Schweiz und im Ausland die Auszahlung

von übermässigen Boni für Direktionskader und Händler vorsehen. Es zeige sich, dass eine Regulierung der Finanzinstitute schnell durchgesetzt werden müsse.

Die Regierungen sollten der Regulierung wegen der globalisierten Märkte höchste Priorität einräumen. Nur so könne gewährleistet werden, dass der Wettbewerb über die

Qualität der Dienstleistungen und der Lohntransparenz ausgetragen wird - nicht über einige wenige Privilegierte, die "exorbitante Gehälter" beziehen, was letztlich Lohndumping und

Arbeitsplatzverlust für die Mehrheit der Bankangestellten zur Folge hätte.

Die Bankenaufsicht hatte vor kurzem neue Regeln vorgeschlagen, die ab Januar 2010 gelten sollen. Demnach sollen sich die Banken-Boni künftig langfristig und nachhaltig am Gewinn ausrichten und sämtliche Kosten für alle eingegangene Risiken berücksichtigen. Zudem wird der Verwaltungsrat, der die Vergütungspolitik beschliesst, stärker in die Pflicht genommen.

Die Schweizerische Bankiervereinigung hat die Pläne im Grundsatz begrüsst. Jedoch wehrt sich der Bankenverband gegen den Vorschlag, einen öffentlichen Vergütungsbericht zu verfassen. Die Lobby fürchtet, dass vergleichsweise strenge Regeln die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz beeinträchtigen könnten.

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